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Biometrisch zahlen mit Mastercard

Mastercard experimentiert mit biometrischen Verfahren beim Bezahlen im Netz: Fingerabdrücke, Stimmerkennung, Herzschlag oder eine raffinierte Gesichtserkennung sollen Betrügereien verhindern.

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Weißer Mann macht Selbstporträt

Mastercard möchte Online-Kreditkartenzahlungen per Fingerabdruck, Stimmerkennung oder Selfie biometrisch absichern.

(Bild: buyalex CC-BY 2.0 )

Mastercard möchte die Betrugsraten bei Bezahlvorgängen im Internet mit Hilfe von Biometrie senken: Verbraucher sollen sich fotografieren, ihren Fingerabdruck scannen oder eine Stimmerkennung durchlaufen. Auf diese Weise soll das Risiko gesenkt werden, dass ein Betrüger mit ergaunerten Kreditkartendaten bezahlt. Wie CNNMoney berichtet, plant Mastercard für den Herbst einen Pilotversuch.

Auch er kann ein Selfie machen, ist aber nicht kreditwürdig.

(Bild: Der Schopfmakake (gemeinfrei))

500 Kunden in den USA sollen an dem Test teilnehmen. Wenn sie online etwas bezahlen, werden sie von ihrem Handy dazu aufgefordert, sich biometrisch auszuweisen. Sie können dann zwischen Gesicht, Stimme oder, soweit Ihr Mobiltelefon einen entsprechenden Scanner aufweist, Fingerabdruck wählen.

Zwinker, Zwinker

Beim Gesichtsscan müssen sie ein photographisches Selbstporträt (vulgo Selfie) machen und dabei der Mastercard-App zuzwinkern. Diese Variation soll es Gaunern unmöglich machen, die Gesichtserkennung durch ein simples Foto auszutricksen. Auf Seite der Smartphone-Systeme kooperiert Mastercard mit Apple, Blackberry, Google, Microsoft und Samsung. Bei den kartenausgebenden Finanzinstituten sollen zwei US-Banken ins Boot geholt werden. Namen nannte Mastercard noch keine.

Mastercard betont, dass die Handy-App weder Foto noch Fingerabdruck an das Unternehmen sendet. Bei einem als korrekt erkannten Fingerabdruck wird ein Token generiert und übermittelt. Beim Gesichtsscan werden zwar viel mehr Daten übertragen. Das Antlitz des Kunden lasse sich daraus aber nicht rekonstruieren.

Verräterischer Herzschlag

Nymi-Armbänder können den Träger kontinuierlich verifizieren.

(Bild: Nymi)

Auch die Auswertung des Herzrhythmus steht auf dem Fahrplan des Zahlungsabwicklers. Vergangenen September hat sich Mastercard am kanadischen Unternehmen Bionym beteiligt. Dieses entwickelt ein Armband namens Nymi, das die Herzströme seines Nutzers misst. Weil der Herzschlag ähnlich einmalig ist wie ein Fingerabdruck, kann Nymi seinen Träger gegenüber Bluetooth-fähigen Geräten authentifizieren, und das nicht nur punktuell, sondern fortlaufend. (ds)

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