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Biometrische "Gesichtskontrolle" an Bayerns Grenzen

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Bayern will Grenzkontrollen mit biometrischen Hilfsmitteln unterstützen. Innenminister Günther Beckstein stellte der Öffentlichkeit dazu am Freitag am deutsch-tschechischen Grenzübergang Waidhaus ein laufendes Projekt zur automatischen Gesichtserkennung vor. Zur Sicherstellung der Identität -- Authentifizierung -- von grenzüberschreitenden Personen werden in Waidhaus demnach schon seit Wochen Lichtbilder aus Pässen von Reisenden in ein Computer-System eingescannt und anschließend in digitalisierter Form mit Live-Aufnahmen der Ausweisinhaber verglichen.

Die gemeinsam vom Bochumer Spezialisten für Gesichtserkennung, ZN Vision, und dem Hersteller von Dokumentenerfassungssystemen, SFO, entwickelte Systemlösung soll Grenzbeamten Aussagen darüber liefern, ob individuelle Gesichtsmerkmale der kontrollierten Personen auf Live- und Passbild übereinstimmen. Nach Angaben von ZN Vision ist eine "datenschutzrechtlich kritische Speicherung der biometrischen Merkmale in einer Datenbank" aber nicht erforderlich, da der biometrische Gesichtsvergleich direkt zwischen Passfoto und Live-Bild erfolge. Die kontrollierten Personen würden dabei lediglich mit einer Spezialkamera "beleuchtet".

Der Sprecher des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, Christoph Hillenbrand, erklärte unterdessen im Gespräch mit heise online, dass man die automatische Gesichtserkennung auch schon am Nürnberger Flughafen eingesetzt habe. Einzelheiten zu den gewonnenen Erkenntnissen wollte Hillenbrand jedoch nicht mitteilen. Einen Bericht über die Schwachstellen verschiedener Biometrie-Anwendungen -- darunter auch eine Lösung zur Gesichtserkennung -- hatte c't in Ausgabe 11/02 veröffentlicht. (pmz)