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Technology Review

Biosprit-Branche hofft auf neue Impulse

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Die Biosprit-Branche steckt in der Krise: Was immer die Branche an Erfolgsmeldungen verkündete, ihre Kritiker sahen darin Hiobsbotschaften. Während die Unternehmen einen neuen Rekord in der globalen Produktion bejubeln – 2010 wurden 105,6 Milliarden Liter Bioethanol und 23,6 Milliarden Liter Biodiesel erzeugt –, warnen Gegner vor weiter steigenden Nahrungsmittelpreisen, weil Kraftstoffhersteller Pflanzen wie Mais oder Soja immer stärker nachfragen.

Nun soll sich das alles ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe in einem Report. Auf der letzten World Biofuels Markets will Nadim Chaudhry, Gründer der Green Power Academy und Organisator der führenden Industriekonferenz, vorsichtigen Optimismus ausgemacht haben: "Ich glaube, wir sind in eine neue Phase eingetreten." Die Branche hofft auf günstigere und umweltschonendere Herstellungsmethoden – die zusätzlich noch die Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungspflanzen entschärfen sollen. Dabei geht es vor allem um Pflanzenabfälle und Holzreste als Rohstoffe, die erheblich zum Klimaschutz beitragen könnten – sobald die Produktion im industriellen Maßstab gelingt.

Tatsächlich existieren bereits Verfahren, die Treibstoffe ohne Verwendung der wertvollen öl-, stärke- oder zuckerhaltigen Früchte gewinnen können, wie sie im Biosprit der ersten Generation verwendet werden. In den Tanks würden Pflanzenabfälle landen statt Nahrungsmittel. In den kommenden zwei, drei Jahren sollen diese Biokraftstoffe der zweiten Generation endlich den Sprung zur industriellen Produktion schaffen. Völlig unklar ist bislang allerdings, ob überhaupt genügend Land zur Verfügung steht, um sowohl Energiepflanzen als auch Nahrungsmittel nachhaltig anzubauen. Das deutsche Landwirtschaftsministerium gehört zum Lager der Optimisten: Es rechnet vor, dass weltweit 3,5 Milliarden Hektar nutzbar sind, deren Böden für den Nahrungsmittelanbau zu ausgelaugt sind.

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(bsc)