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Biotech-Verband will Daten der elektronischen Gesundheitskarte nutzen

BIO Deutschland will die "Datenbasis" der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nutzen. Über Anonymisierungs- oder Pseudonymisierungsverfahren könne dabei das deutsche Datenschutzniveau eingehalten werden.

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Fördermitglieder und Partner von BIO Deutschland

(Bild: biodeutschland.org)

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Kurz vor der Berliner Medizin-IT-Messe ConHIT und der Biotechnologietage hat sich die Arbeitsgruppe "Bio-IT und Big Data" von BIO Deutschland zum Thema eHealth zu Worte gemeldet und den Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums für ein e-Health-Gesetz kritisiert. Die forschenden Biotech-Unternehmen bräuchten eine möglichst breite Datenbasis, meint der Verband deutscher Biotechnologie-Unternehmen. Deshalb dürfe es ihnen nicht verwehrt werden, die Datenbasis der eGK zu nutzen. Anonymisierungs- und Pseudonymisierungsverfahren könnten das hohe Datenschutzniveau der eGK absichern und den Forschungsstandort Deutschland stärken.

In der Projektgesellschaft Gematik, die die elektronische Gesundheitskarte einführt, sind Kassen, Ärzte und Apotheker zusammengeschlossen. Biotech-Firmen sind außen vor. Deshalb fordert BIO Deutschland: "Biotechnologie-Unternehmen müssen in die Entscheidungsprozesse im Hinblick auf die Telematikinfrastruktur und die elektronische Gesundheitskarte eingebunden werden."

BioIT-Experten könnten mit dabei helfen, die "Interoperabilitätsstrukturen" und die Transparenz der medizinischen Telematik zu entwickeln, meint BIO Deutschland weiter. Dazu gehöre auch, dass Biotech-Firmen auf die Gesundheitskarte zugreifen dürfen.

Auf der ConHIT in Berlin werden in der nächsten Woche Komplett-Systeme vorgestellt, mit denen der im Herbst zum Test anstehende Online-Datenabgleich der Versicherten-Stammdaten erfolgen kann. Als nächster Schritt nach dem Karten-Test sollen die Ärzte mit ihren Heilberufsausweisen verschlüsselte Arztbriefe versenden und empfangen können. Auch hierfür werden Verfahren gezeigt.

Die Messe wird von Annette-Widmann-Mauz, der parlamentarischen Staatssekretärin des Gesundheitsministers mit einer Rede über die Entwicklung der Health-IT eröffnet. Die Keynote bestreitet der Blogger und Strategieberater Sascha Lobo unter dem Titel "Wieviel IT steht uns eigentlich zu?". (anw)