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Bis zu 300 MBit/s: LTE-Advanced-Verbindungen auf zwei Funkbändern

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Der australische Mobilfunknetzbetreiber Telstra hat erstmals Frequenzen im 900- und 1800-MHz-Band für beschleunigte LTE-Verbindungen kombiniert. Die Trägerbündelung gründet auf der Carrier-Aggregation-Technik, die zur Spezifikation der Mobilfunkerweiterung LTE Advanced gehört (LTE-A). Die technische Plattform, auf der Telstra die Bündelung einsetzt, stammt vom Netzwerkausrüster Ericsson. Wie Ericsson erst jetzt mitteilt, läuft der Dienst bereits seit Ende Juli im australischen Bundesland Queensland.

Die Trägerbündelung in LTE-Netzen stellt den nächsten Schritt bei der Weiterentwicklung mobiler Breitbandnetze dar. Durch die Bündelung unterschiedlicher Frequenzbereiche können Netzbetreiber vorhandene Frequenzressourcen besser ausschöpfen.

Mike Wright, Executive Director Networks bei Telstra sagt dazu: "Die Zahl der LTE-Nutzer im Telstra-Netz wächst rasant. Allein innerhalb der letzten sechs Monate haben wir eine Steigerung von 2,1 auf fast 3 Millionen LTE-Kunden verzeichnet. LTE-Advanced bietet höhere Netzkapazitäten, höhere Datenraten und höhere Effizienz. Hierdurch werden wir den stark zunehmenden Datenverkehr, der durch das Wachstum der Kundenzahlen entsteht, auch zukünftig bewältigen können."

Ericsson erwartet auch künftig stagnierende Zahlen der Festnetzteilnehmer. Der Anteil der mobilen Breitband-Teilnehmer soll aber stark zunehmen. Ein Element, um die dann steigende Nachfrage nach schnellen Datendiensten zu befriedigen, stellt für Netzbetreiber die Trägebündelung der LTE-Advanced-Technik dar.

Telstra will ab 2015 auch das 700-MHz-Band für LTE-Advanced nutzen. Dann sollen größere Frequenzblöcke im 700- und 1800-MHz-Band kombiniert werden. Diese geplante Trägerbündelung soll dann Bruttoübertragungsraten bis 300 MBit/s liefern. Ericsson wie auch andere Netzwerkzulieferer arbeiten auch in anderen Ländern an der Einführung der Carrier Aggregation im Rahmen von LTE-Advanced. Dabei werden auch andere Frequenzbereiche genutzt. Ebenfalls im Juli führte beispielsweise der südkoreanische Betreiber LG U+ zusammen mit Ericsson LTE Advanced im 2100- und 850 MHz-Band ein.

Ericsson und andere Netzwerkzulieferer profitieren nun von der LTE-Advanced-Spezifikation, weil sich damit die über mehrere Bänder zerteilten Funkspektren mittels der Trägerbündelung besser ausschöpfen lassen. Zudem erleichtert die Technik die Migration von Teilnehmergeräten, die mehr als ein Mobilfunkverfahren an Bord haben, in andere Bänder (Spektrum Refarming). So lässt sich ein zuvor ausschließlich als GSM-Band genutzter Spektrumbereich nach einer regulatorischen Umwidmung zum Beispiel für LTE und GSM unterteilen.

Netzbetreiber können dann in einem aufgeteilten Funkband zugleich ältere, aber in der Zahl allmählich schrumpfende Teilnehmergeräte weiter versorgen, während sie die steigende Netzlast schrittweise auf moderne LTE-Geräte umwälzen, die knapp neben den GSM-Geräten im selben Band funken. Mehrere solche Bänder (z. B. 2100, 1800 und 900 MHz) sowie die Trägerbündelung der LTE-Technik erleichtern die Migration zusätzlich. Spektrum Refarming wird deshalb weltweit eingesetzt. In Deutschland hat beispielsweise die Telekom den ehemals allein für GSM gedachten Bereich inzwischen zumindest in Ballungsgebieten weitgehend für LTE umgewidmet – Geräte, die kein LTE beherrschen, finden als UMTS-GSM-Kombis weiterhin Platz in 900- und 2100-MHz-Bändern. (dz)