Menü

Bischöfe warnen vor Alexa und Siri

Durch die Nutzung digitaler Assisten verlören die Menschen ihre Freiheit. Echte menschliche Zuwendung sei unersetzbar, mahnen die katholischen Oberhirten.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 355 Beiträge

Jugendliche machen Selfies mit Bischof Felix Glenn beim Domfest 2015.

(Bild: Bistum Münster)

Von

Zwei katholische Bischöfe haben in ihren Weihnachtspredigten vor überzogenen Erwartungen an digitale Alltagsassistenten wie denen von Amazon und Apple gewarnt. „Alexa, Siri und andere Maschinen erzählen uns Witze, unterhalten sich mit uns und kaufen für uns ein“, sagte etwa der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki laute dem vorab verbreitetem Manuskript in seiner Weihnachtspredigt im Kölner Dom. „Humanoide Roboter können bereits streicheln, lachen und weinen, um uns menschliche Nähe zu suggerieren.“ Dies sei aber letztlich eine Illusion: „Dahinter stehen schlicht rationale Algorithmen, die menschliches Verhalten imitieren und Realität und Suggestion verschwimmen lassen.“

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sieht in der Kommunikation mit Siri und Alexa eine Beschneidung der Würde der Person.

(Bild: Erzbistum Köln)

Eine solche Kommunikation und Begegnung beschneide Menschen in ihrer personalen Würde, „weil es letztlich eine anonyme und entmenschlichte Kommunikation ist“, warnte der Chef des größten deutschen Bistums. „Wir sind mehr als Mr. Data, dieser irgendwie sympathische Humanoide in der TV-Serie 'Star Trek'.“ Die Digitalisierung habe zwar viele gute Seiten, aber das Weihnachtsfest erinnere daran, dass echte menschliche Nähe durch nichts zu ersetzen sei.

Auch der Münsteraner Bischof Felix Genn sprach in seiner Predigt in der Christmette über künstliche Intelligenz. Die Digitale Assistentin Alexa vermittle den Menschen das Gefühl, über alles verfügen zu können. Zugleich müsse man sich aber klar machen, dass man durch die Nutzung solcher Apparate für die dahinter stehenden Firmen immer gläserner und durchschaubarer werde. „Ich, der ich so viel bestimmen kann, werde schließlich selbst bestimmt und verliere auf unmerkliche Weise meine Freiheit“, warnte Genn. (dpa) / (tig)