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Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto für Wirtschafts-"Nobelpreis" 2016 nominiert

Bislang weiß niemand, wer sich hinter dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto verbirgt. Ein US-Professor hat dieses Phantom dennoch für den oft als Ökonomie-Nobelpreis bezeichneten Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaft nominiert.

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Bitcoin

(Bild: dpa, Jens Kalaene/dpa)

Bitcoin Erfinder Satoshi Nakamoto ist für den oftmals als Wirtschafts-Nobelpreis bezeichneten Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2016 nominiert worden. Hinter der Nominierung steht der US-Wirtschaftsprofessor Bhagwan Chowdhry, der an der University of California in Los Angeles lehrt und vom Preiskomitee zum Vorschlag eines Kandidaten eingeladen wurde. Chowdhry begründete seine Wahl in einem Blogbeitrag in der Huffington Post mit dem bahnbrechenden Potenzial der Kryptowährung.

Das auf einem P2P-Netz basierende Digitalgeld sei revolutionär und biete zahlreiche Vorteile gegenüber physischem Geld. Es sei unter anderem sicher, verließe sich auf praktisch unknackbare Kryptografie und könne nahezu unmittelbar rund um die Welt transferiert werden, vorbei an Regierungen, Banken und Intermediären wie Visa und Paypal. Dadurch ließe sich laut Chowdhry enorm an Transaktionskosten sparen. Auf Probleme wie die Skalierbarkeit des Bitcoinnetzwerks geht sein Beitrag nicht ein. Stattdessen verweist er auf Entwicklungen auf Basis des Bitcoin-Protokolls wie Stellar oder Ethereum, die etwa blockchainbasierte Verträge möglich machten und die Finanzwelt auf den Kopf stellen könnten.

Kandidaten für den Preis nominieren dürfen neben den dazu eingeladenen Professoren auch Mitglieder der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und des Preiskomitees, ferner frühere Preisträger und Ökonomie-Professoren aus den skandinavischen Ländern. An weiteren Kandidaten dürfte es also nicht mangeln.

Hinzu kommt, dass bislang unbekannt ist, wer sich hinter dem Pseudonym Nakamotos tatsächlich verbirgt. Mit anderen Bitcoinern hatte er oder sie stets verschlüsselt kommuniziert und sich 2011 aus der Entwicklung des Bitcoin komplett zurückgezogen. Die wahre Identität bietet immer wieder Anlass zu Spekulationen und auch zu journalistischen Reißerstorys. Auch Nakamotos Publikationsliste nimmt sich überschaubar aus – ein 9-seitiges Paper, dass die Technik des Bitcoins erläutert. Dass ein solches Phantom den Preis gewinnen könnte, klingt doch recht unwahrscheinlich.

Chowdhry kommentiert das genüsslich und bietet im Fall des Falls an, als Stellvertreter den Preis entgegenzunehmen. Die Dankesrede könne Nakamoto über verschlüsselte Kanäle und digital signiert an ihn übermitteln. Für die Vergabe des Preisgelds empfiehlt Chowdhry, die schwedischen Kronen in Bitcoins umzutauschen und an die Adresse 1HLoD9E4SDFFPDiYfNYnkBLQ85Y51J3Zb1 zu schicken, deren privater Schlüssel höchstwahrscheinlich im Besitz Nakamotos sei. Mit Einverständnis des Preisträgers könne das Geld auch auf seine eigene Bitcoin-Adresse, bietet an Chowdhry an – er und Herr Nakamoto würden das dann "später regeln". (axk)

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