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Bitcoin: Klage gegen Mt. Gox und eine Partnerbank

Das juristische Nachspiel der Mt.-Gox-Pleite weitet sich aus: Neben der bereits laufenden Klage gegen die Bitcoin-Börse in den USA folgte eine weitere in Kanada. Und jetzt wird auch die japanische Hausbank Mizuho mitverantwortlich gemacht.

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Kanadische Bitcoin-Besitzer haben eine Sammeklage gegen die insolvente Bitcoin-Börse Mt. Gox sowie deren CEO und Gründer eingreicht. Laut der von Ars Technica veröffentlichten Klageschrift verlangen die Kläger 500 Millionen kanadische Dollar (325 Millionen Euro) Entschädigung für Verluste, die kanadische Kunden beim Zusammenbruch der Börse erlitten haben sollen. Die Vorwürfe lauten auf Fahrlässigkeit, arglistige Täuschung und Vertragsbruch.

Dabei erstreckt sich die Klage dem Bericht zufolge nicht nur auf das Unternehmenskonstrukt hinter Mt. Gox, sondern auch auf den japanischen Bankpartner Mizuho, einen der größten Finanzdienstleister der Welt. Auf Mizuho-Konten wurden die Mt.-Gox-Kundenguthaben in konventionellen Währungen aufbewahrt. Weiterhin richtet sich die Klage gegen Mt.-Gox-CEO Mark Karpeles und Jed McCaleb, den Gründer von Mt. Gox.

McCaleb hatte die Plattform ursprünglich als Tauschbörse für die Sammelkarten des Spiels Magic: The Gathering konzipiert – aus der Bezeichnung "Magic: The Gathering Online Exchange" ergibt sich der Name Mt. Gox. 2010 hat der Gründer Mt. Gox dann auf Bitcoin umgestellt und ein Jahr später an Karpeles verkauft. Laut einem Ende Februar geleakten Business-Plan sollen McCaleb noch 12 Prozent an der japanischen Betreiberfirma Mt.Gox KK gehören, die restlichen 88 Prozent entfallen auf Karpeles. Mt. Gox KK ist wiederum eine Tochter des Unternehmens Tibanne, das dem Leak nach komplett Mark Karpeles gehört.

Neben der Klage in Kanada gibt es auch Neuigkeiten zur bereits Ende Februar in den USA eingereichten Klage – ars technica zufolge wurde der Kreis der Beklagten erweitert: Die Kläger möchten demnach jetzt ebenfalls Mizuho mit zur Rechenschaft ziehen, ferner auch den Mt.Gox-Marketing-Chef Gonzague Gay-Bouchery. In dem Rechtsstreit hatte das Gericht bereits angeordnet, das in den USA befindliche Vermögen von Mark Karpeles sowie von Teilen des Mt.-Gox-Unternehmenskonstrukt einzufrieren. Durch eine Insolvenz-Einreichung in den USA vor rund einer Woche ist Mt. Gox KK allerdings vor der Maßnahme geschützt.

Mt. Gox' Hausbank Mizuho sei nach Informationen des Wall Street Journals (WSJ) offenbar schon seit Mitte 2013 besorgt über die Geschäfte mit der Bitcoin-Börse gewesen. Laut einem im Bericht zitierten Insider habe sich das Geldinstitut gegenüber Mt. Gox über ein kaum beherrschbares Volumen an Transaktionen beklagt und auf die Börse dazu drängen wollen, ihre Konten bei Mizuho zu schließen. In einem im Netz kursierenden Mitschnitt, der laut WSJ von Insidern als authentisch bezeichnet wurde, droht etwa ein Mizuho-Mitarbeiter Karpeles mit Kontenschließung, was der jedoch ablehnt. Dem Bericht zufolge hatte die Bank zu der Zeit wohl nicht genug Handhabe für eine Schließung.

Die einstmals größte Bitcoinbörse Mt. Gox hatte Ende Februar ihren Betrieb eingestellt und in Japan Insolvenz angemeldet. Im Insolvenzantrag wird behauptet, dass Mt. Gox über eine von unbekannten Angreifern ausgenutzte Schwachstelle im Bitcoinsystem 850.000 Bitcoins verloren haben soll. (axk)