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Bitcoin-Mining: Hersteller Cointerra ist pleite

Unter anderem der stark gefallene Bitcoin-Preis hat Cointerra, einem Hersteller von Bitcoinmining-Hardware, den Todesstoß gegeben. Das texanische Unternehmen musste Insolvenz anmelden.

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(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Cointerra, ein in Texas beheimateter Hersteller von Hardware für das Bitcoin-Mining, hat Insolvenz angemeldet. Dem Insolvenzantrag zufolge soll das Betriebsvermögen noch zwischen 10 und 50 Millionen US-Dollar betragen – wobei die Betreiber in der Spalte für die offenen Verpflichtungen die gleiche Spanne angeben. Ungesicherte Gläubiger werden dem Dokument zufolge wohl leer ausgehen.

Das Unternehmen hatte offenbar schon länger mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Chef Ravi Iyengar hatte Mitte des Monats im Gespräch mit Coindesk auf den stark gesunkenen Bitcoinpreis bei anhaltend hoher Schwierigkeit der für Bitcoin-Mining nötigen Berechnung verwiesen. Eine hohe Schwierigkeit macht immer teurere und potentere Hardware nötig, um als Miner überhaupt Gewinn machen zu können – gleichzeitig fallende Bitcoinpreise können das schnell zum Minusgeschäft machen.

Der Terraminer IV von Cointerra war wohl kein Erfolgsgarant.

(Bild: Cointerra)

Das Unternehmen stellte nicht nur ASIC-basierte Mining-Rechner her und verkaufte sie, sondern war auch im Mai vergangenen Jahres in das sogenannte Cloud-Mining eingestiegen – also die Vermietung von Hashing-Leistung an zahlende Kunden. Offenbar brachte das keinen durchschlagenden Erfolg: Anfang dieses Jahres hatte Coindesk zufolge der Rechenzentrums-Betreiber C7 aus Utah gegen Cointerra geklagt. Es seien 1,4 Millionen US-Dollar an Gebühren nicht gezahlt worden, unter anderem für die Stromkosten der dort betriebenen Miner Cointerras. Wegen Vertragsbruchs forderte die Firma zusätzlich 4 Millionen US-Dollar Schadenersatz.

Cointerra ist nicht das einzige Unternehmen, dem der Bitcoinpreis zu schaffen macht. So gaben kürzlich zum Beispiel die Cloudmining-Anbieter cex.io und Zeushash bekannt, Miner fürs erste vom Netz zu nehmen, weil es sich nicht mehr lohne. Zeushash bietet seit Dienstag allerdings schon wieder Mining-Mietverträge an. Schon seit längerem scheint das Geschäft mit dem Verkauf von ASIC-Minern unter Druck zu sein: Im Oktober 2014 zog sich etwa Kncminer daraus zurück – das Unternehmen wolle nur noch für sich selbst schürfen beziehungsweise Cloudmining-Verträge anbieten. Mining sei nur noch in großen Rechenzentren wirtschaftlich, hieß es. Laut Zahlen von Blockchain.info sorgt die Firma aktuell für rund 9 Prozent der Mining-Kapazitäten. Der Hersteller Hashfast wiederum musste Mitte 2014 in die Insolvenz gehen.

Wird die Mining-Schwierigkeit seit langem wieder nach unten wandern?

(Bild: Blockchain.info)

Auch wenn der Preis nach einem Tief unter 200 US-Dollar Anfang des Jahres momentan wieder etwas gestiegen ist und aktuell zwischen 250 und 300 US-Dollar pendelt – Kosten für Strom, Mining-Hardware und deren angemessene Unterbringung richten sich nicht nach den Schwankungen des Bitcoin, sondern müssen meist in normaler Währung beglichen werden. Wenn nachhaltige Kurssteigerungen ausbleiben, könnte es zu einer deutlichen Marktbereinigung unter Miningfirmen kommen. Kurse um die 1000 US-Dollar wie Anfang vergangenen Jahres scheinen in weiter Ferne zu liegen.

Bald im Sinkflug? Die Hashing-Leistung innerhalb des Zeitraums eines Jahres.

(Bild: Blockchain.info)

Wenn dadurch die gesamte Miningleistung absinkt, würde übrigens auch die Schwierigkeit der Berechnung für neue Bitcoins fallen, was das Schürfen wiederum günstiger macht. Das Bitcoinsystem ist darauf ausgelegt, die Schwierigkeit rund alle zwei Wochen an die Kapazitäten anzupassen. Ob es zu langfristigen Absenkungen kommt, bleibt abzuwarten. (axk)