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Bitcoin-Mining: US-Handelsaufsicht lässt Butterfly Labs schließen

Butterfly Labs ist ein Hersteller von Hardware fürs Bitcoin-Mining, der für seine miserable Lieferpolitik und verprellte Kunden berüchtigt ist. Nun hat die US-Handelsaufsicht FTC die Reißleine gezogen.

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Die US-Handelsaufsicht FTC hat per Gerichtsbeschluss erwirkt, dass der Hardwarehersteller Butterfly Labs vorerst seinen Betrieb einstellen muss. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, von seinen Kunden Vorkasse-Bestellungen angenommen, aber die versprochene Hardware zum Bitcoin-Mining nur sehr verspätet oder teilweise gar nicht geliefert zu haben. Die FTC hat Klage eingereicht, sämtliche Vermögenswerte des Unternehmens werden eingefroren.

Angekündigt, aber wohl eher spärlich ausgeliefert: der "Monarch" von Butterfly Labs.

(Bild: Butterfly Labs)

Das Problem bei späten Lieferungen: Bei Mining-Hardware ist Zeit Geld. Die Schwierigkeit der Berechnungen, die ein Miner für das Schürfen nach Bitcoins durchführen muss, passt sich in Intervallen der dazu versammelten Rechenkraft an. Wenn die Konkurrenz bereits die neuesten Boliden in Stellung bringt, während man selbst noch warten muss, dann schwindet auch der mögliche Ertrag rapide. Schlimmstenfalls ist das zu spät gelieferte Gerät komplett nutzlos geworden.

"Wir sehen es oft, dass neue und noch wenig bekannte Chancen wie Bitcoin auch Betrüger anlocken, die aus dem Interesse und der Aufregung der Öffentlichkeit Kapital schlagen“, erklärte eine Sprecherin der US-Behörde. Seit Juni 2012 hatte Butterfly Labs seine Miner auf Basis von ASICS angeboten, wobei laut FTC bis September 2013 rund 20.000 Kunden ihre bestellten Geräte noch nicht erhalten hatten. Im November des 2013 behauptete das Unternehmen laut Klageschrift, dass alle Bestellungen ausgeliefert wurden – die FTC habe zu diesem Zeitpunkt jedoch immer noch zahlreiche Beschwerden erhalten, die das Gegenteil nahelegen.

"Monarch" und Miningdienste

Im August 2013 stellte das Unternehmen dann einen noch leistungsfähigeren Miner vor, den "Monarch“. Ein Jahr später sollen laut FTC jedoch nur ganz wenige davon an die Besteller gegangen sein. Ebenfalls soll das Unternehmen für seinen seit Dezember 2013 angebotenen Mining-Service größere Summen eingesammelt haben, bei dem die Kunden Hashing-Kapazitäten für feste Zeiträume mieten konnten. Laut bei der FTC eingegangenen Beschwerden wurde die versprochene Leistung nie erbracht.

Laut unbestätigter Gerüchte sollen US-Marshalls bereits am Freitag die Büroräume von Butterfly Labs durchsucht haben. Das Unternehmen hat wegen seiner Lieferpolitik bereits einen Rechtsstreit im November 2013 verloren, Anfang April 2014 wurde eine Sammelklage eingereicht, die ganze 5 Millionen US-Dollar Schadenersatz für die Kunden fordert. (axk)

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