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Bitcoin-Startup Satoshipay will Zahlungen für Paywalls vereinfachen

Inhalte im Netz zu Geld zu machen, ist nach wie vor nicht unproblematisch. Mit Bitcoinzahlungen im Cent-Bereich möchte das Startup Satoshipay Contentanbietern unter die Arme greifen.

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Bitcoin-Startup Satoshipay will Mikrozahlungen für Paywalls vereinfachen

Erstmal 45.000 Satoshis zahlen: Eine Paywall mit Satoshipay.

Das Startup Satoshipay bietet einen neuen Ansatz für die Vermarktung von Online-Content via Paywall. Über eine im Browser angedockte Online-Wallet sollen die Nutzer Kleinstbeträge im Centbereich oder darunter für digitale Inhalte zahlen können – das Startup spricht dabei von "Nanopayments". Die Zahlungen laufen dabei auf Basis von Bitcoin-Technik.

Aufladen lässt sich das Guthaben aktuell nur über eine Bitcointransaktion. Alle Mikro-Zahlungen werden dabei zunächst nicht über die Bitcoin-Blockchain, sondern über die Server von Satoshi-Pay verarbeitet. Auszahlungen an die Content-Anbieter sollen dann ungefähr alle 24 Stunden erfolgen. Später soll auch eine Aufladung der Wallet über Kreditkarte und Sofortüberweisung möglich sein. Die Einrichtung eines Nutzer-Accounts mit Login ist nicht nötig.

Das Widget rechts unten zeigt den Kontostand in Satoshis (0,00000001 Bitcoin).

Nach dem Aufladen wird das verfügbare Guthaben durch das Satoshipay-Website-Widget im unteren Bereich der Seite des Betreibers angezeigt. Das Guthaben soll dann auf allen Webseiten genutzt werden können, die das Satoshipay-Widget integrieren. Das Geld wird in Satoshis angezeigt, der kleinsten Einheit des Bitcoins, genau gesagt 0,00000001 Bitcoin. 10.000 Satoshis entsprechen aktuell rund 3 Euro-Cent. Die Zahlung erfolgt mit einem einfachen Klick, wahlweise lässt sich aber auch automatisch für Inhalte zahlen.

Das Wallet-Guthaben liegt auf einer Escrow-Adresse, von der Transaktionen auf die Bitcoin-Blockchain nur über sogenannte Multisignatur möglich sind – also von mehreren Parteien abgesegnet werden müssen. Einer der dafür nötigen Schlüssel ist im Browser des Nutzers hinterlegt, der andere auf den Servern von Satoshipay.

Zum Start gibt es für Inhalte-Anbieter zunächst ein Wordpress-Plugin, mit dem Blogger die Zahlungsbereitschaft ihrer Nutzer testen können. Teil des Plugins ist eine Adblocker-Erkennung, die als Reaktion auf die Anti-Werbetools das Scharfschalten einer Paywall möglich macht.

Für Nutzer ist der Bezahldienst kostenlos, zur Kasse gebeten werden die Anbieter, von denen Satoshipay 10 Prozent Gebühr von den eingehenden Zahlungen nimmt. Zum Vergleich: Paypal nimmt bei Mikrozahlungen 10 Prozent plus 10 Cent fix an Gebühren. Flattr verlangt ebenfalls 10 Prozent.

Allzuviel können Content-Konsumenten mit dem noch in der Beta befindlichen Dienst nicht anfangen – die Demo-Zahlung für Inhalte einer britischen Investment-News-Seite zeigt aber, wohin die Reise mal gehen soll. Ebenfalls ist man momentan noch an den Browser auf einem Gerät gebunden. Eine Synchronisierung der Satoshipay-Wallet über Geräte hinweg sei aber in Arbeit, versprechen die Macher.

Mit 360.000 Euro Risikokapital aus einer kürzlichen Finanzierungsrunde gestärkt geht das in Startup mit Sitz in London und Berlin nun erstmal in Verhandlungen mit potenziellen Partnern. Satoshipay wurde bereits von Axel Springer gefördert. Dennoch seien große deutsche Verlage momentan nicht unter den Gesprächspartnern, erklärte Gründer Meinhard Benn. Man wolle sich erstmal auf die Nische reiner Bitcoinzahler konzentrieren. Bis Satoshipay eine schlüsselfertige Lösung für die Monetarisierungssorgen großer Content-Plattformen anbieten kann, dürfte also noch eine Weile vergehen. (axk)

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