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Bitcoin XT: Neue Variante des Standardclients spaltet die Community

Seit langem diskutiert die Bitcoin-Community, wie das Bitcoinnetzwerk schneller mehr Transaktionen verarbeiten könnte. Zwei Entwickler legen nun einen Client dafür vor, der die Community entzweit – und vielleicht auch das Netzwerk.

Bitcoin

(Bild: dpa, Jens Kalaene/Archiv)

Der Streit um Veränderungen am Protokoll der Kryptowährung Bitcoin hat einen Gipfelpunkt erreicht: Die langjährigen Bitcoin-Entwickler Gavin Andresen und Mike Hearn haben einen Bitcoin XT genannten Fork des Standard-Clients Core vorgelegt. Der soll größere Blockeinträge in der dezentralen Buchhaltungsdatei der Blockchain erlauben, als es momentan möglich ist – und könnte zur Spaltung der Buchhaltungsdatei führen.

In der Blockchain sind alle Blöcke mit Transaktionseinträgen chronologisch aufgereiht und kryptografisch verknüpft, so dass sich eine fälschungssichere Kette ergibt. Die Gesamtdatei ist aktuell rund 40 GByte groß. Derzeit ist das Limit pro Block auf 1 MByte beschränkt, Bitcoin XT soll das auf 8 MByte erhöhen. Das Bitcoinnetzwerk erzeugt ungefähr alle 10 Minuten einen neuen dieser Blöcke – ist darin mehr Platz, könnten auch mehr Transaktionen verarbeitet werden, so die Hoffnung. Damit solle das Bitcoinnetzwerk insgesamt konkurrenzfähiger werden.

Andresen hatte seinen Vorschlag bereits vor Monaten publik gemacht und damit heftige Diskussionen in der Community ausgelöst. Unter anderem gab es Bedenken, dass die Robustheit des Netzwerks gefährdet oder die Zentralisierung der eigentlich dezentral gedachten Kryptowährung vorangetrieben werden. Auch unter den fünf Kernentwickler, zu denen Andresen gehört, herrschte Uneinigkeit.

Unzufrieden mit der Situation entschlossen sich Hearn und Andresen, Nägel mit Köpfen zu machen: Sie bieten ihre Version des Clients zum Download an, inklusive einer Schwelle für die Scharfschaltung der neuen Blockgröße. Miner, die den neuen Client benutzen, erzeugen Blöcke mit einer neuen Versionsnummer, wie Hearn gegenüber dem Fachdienst Coindesk erklärte. Sobald 75 Prozent der Blöcke über einen längeren Zeitraum so erzeugt werden, wird das Feature aktiv. Miner, die noch die alten Clients benutzen, wären damit außen vor und würden eine abgespaltene Variante der Blockchain erzeugen.

Was das für die gesamte Kryptowährung bedeuten würde, darüber herrscht große Unklarheit. Der Startup-Gründer und Mathematiker Levin Keller vom Bundesverband Bitcoin sieht die Situation gelassen: "Alle Bitcoins, die bis zur eventuellen Spaltung erstellt worden sind, sind in beiden Varianten der Blockchain gültig. Auch wenn diese Bitcoins versendet oder empfangen werden, sind sie in beiden Blockchains gültig. Ein etwaiges Problem betrifft also zunächst nur die Miner.“ Den Durchschnittsnutzer tangiere all das erstmal nicht.

Bis lang wurde auch noch nicht ein einziger Block unter Nutzung des neuen Clients erzeugt, so Keller. Dementsprechend ist noch offen, ob es jemals zu einer solchen Spaltung kommt. Ein kleinen Erfolg kann die Initiative Hearns und Andresens schon aber verzeichnen: Rund 11 Prozent der vollen Knoten, die die Blockchaindatei komplett vorhalten und weiterverteilen, laufen zur Stunde mit dem XT-Client. (axk)

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