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Bitcoin steigt auf über 10.000 US-Dollar

Unermüdlich klettert der Bitcoin zum nächsten Allzeithoch: Am Dienstag erreichte die Kryptowährung erstmal die Marke von über 10.000 US-Dollar. Spekulationsblase oder die Geburt einer Art der Geldanlage?

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Bitcoin

(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Die Rekordjagd bei der Digitalwährung Bitcoin nimmt kein Ende: Am Dienstag kletterte das Kryptogeld erstmals über die Marke von 10.000 US-Dollar, wie aus den Durchschnittskursen hervorgeht, die der Branchendienst Coinmarketcap ermittelt. Der Eurokurs liegt demnach bei derzeit rund 8470 Euro.

Erst Anfang November nahm die Währung die Marke von 7000 US-Dollar, zu Beginn des Jahres wurde der Bitcoin noch knapp unter der Marke von 1000 US-Dollar gehandelt. Das sind bislang also rund 900 Prozent Zugewinn seit Januar.

Für die aktuelle Tempoverschärfung bei der Rekordjagd sehen Marktbeobachter keinen konkreten Grund. Zuletzt hatte es mehrfach Warnungen gegeben vor einer gefährlichen Preisblase bei der Digitalwährung gegeben. "Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt“, kritisierte etwa Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Dennoch scheint der Bitcoin bei immer mehr Anlegern auf Interesse zu stoßen.

Der jüngste Preissprung ist nach Einschätzung des Experten Thomas Glucksmann von der Handelsplattform Gatecoin Ltd. in Hongkong nur die Fortsetzung einer längerfristigen Preisrally bei der Kryptowährung. Er sprach gegenüber der Deutschen Presseagentur von einem "Tsunami spekulativer Handelsaktivitäten". Zahlen von Bitcoincharts.com zufolge dürfte die Nachfrage in Japan einen wichtigen Ausschlag gegeben haben: Demnach liefen in den vergangenen 30 Tagen 59 Prozent aller Trades gegen den japanischen Yen.

Abgesehen von der Kursentwicklung werden aber auch andere Aspekte des Bitcoin diskutiert. So machen derzeit Zahlen zum hohen Energieverbrauch beim Mining der Kryptowährung die Runde: Ungefähr 30 Terawattstunden soll das gesamte Netzwerk pro Jahr verbrauchen, was dem Jahresverbrauch ganzer Länder wie Marokko entsprechen soll. Dahinter stehen Berechnungen des Blogs Digiconomist.

Die fußen allerdings auf starken Annahmen: Bekannt ist nämlich nur, wie hoch die Hashingleistung des Bitcoin-Netzwerks ist – aber nicht, mit welchen ASIC-Maschinen sie erreicht wird. Und folglich ist auch nicht bekannt, welche Verbrauchswerte wirklich dahinter stehen. Für die Berechnung wird von Digiconomist angenommen, dass die Miner 60 Prozent ihrer Belohnung für neu errechnete Blöcke zum aktuellen Marktpreis als Stromkosten ausgeben müssen. Dazu wird ein Strompreis von 5 Cent pro Kilowattstunden festgesetzt. Die auf ein Jahr hochgerechneten Zahlen klingen nicht unplausibel; sie könnten aber auch darunter oder darüber liegen.

Wirklich effizient dürfte das Bitcoinnetzwerk aber tatsächlich nicht in der Verarbeitung von Transaktionen sein. Nach wie vor hohe Nutzergebühren pro Transaktion (derzeit rund 6 US-Dollar) und keine bislang durchgreifende Lösung für das Skalierungsproblem gehören ganz klar zu den offenen Flanken der Kryptowährung. In Folge von Richtungsstreits in der Community der Kryptowährung haben sich bereits mehrere Varianten mit etwas anderen Parametern von der Blockchain des Bitcoin getrennt und wollen dem Urvater Konkurrenz machen. Nach Bitcoin Cash im August folgte im Oktober Bitcoin Gold und jüngst auch noch der Bitcoin Diamond. (axk)

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