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Bitcoin wieder über 6000 US-Dollar

Erstmals seit einem halben Jahr steigt der Bitcoin wieder über 6000 US-Dollar. Steht die nächste Rallye ins Haus?

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(Bild: dpa, Ina Fassbender)

Der Bitcoin setzt seinen Kursanstieg der vergangenen Wochen fort. Am Donnerstag stieg die älteste und bekannteste Kryptowährung erstmals seit einem halben Jahr über die Marke von 6000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp wurden in der Spitze fast 6100 Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit November. Von seinem Rekordhoch bei 20.000 Dollar, erreicht Ende 2017, ist der Bitcoin aber weit entfernt.

Auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Litecoin profitieren derzeit von der stärkeren Nachfrage – Bitcoin bleibt also die Leitwährung im Kryptogeldmarkt. Im April erklomm der Bitcoinpreis bereits die Marke von 5000 US-Dollar. Manche Beobachter nennen als Grund für die Kursgewinne Medienberichte über ein größeres Interesse institutioneller Investoren. Demnach will der große US-amerikanische Vermögensverwalter Fidelity seinen Profikunden den Handel mit Bitcoin anbieten. Fidelity ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

Zugleich scheinen schlechte Nachrichten den langsamen Wiederaufstieg des Bitcoinpreises nicht langfristig zu trüben – etwa das Ende April publik gewordene Vorgehen der Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New York gegen die Betreiber der Börse Bitfinex. Die Staatsanwaltschaft wirft Bitfinex Veruntreuung beim Währungstoken Tether vor, 850 Millionen US-Dollar Kundengelder sollen verloren sein. Das auf der Blockchain von Bitcoin und Ethereum erzeugte Token sollte laut der ursprünglichen Idee angeblich eins zu eins durch Zentralbankgeld wie US-Dollar gedeckt sein, die von einer Betreibergesellschaft aufbewahrt werden.

Tether ersetzt einigen, vor allem kleineren Kryptogeld-Börsen den US-Dollar und erlaubt ihnen damit, das konventionelle Bankwesen und seine Regeln zu umgehen. Längst ist Tether ein gewichtiger Faktor im Handel mit Kryptowährungen geworden, Zahlen von Coinmarket nach läuft derzeit etwa über ein Drittel des Bitcoinhandels über das Währungspaar Bitcoin und Tether (USDT). Die Marktkapitalisierung des Tokens liegt bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Damit ist Tether quasi ein systemisches Risiko: Denn wenn keine US-Dollar dahinterstehen, wird nur ein leeres Versprechen als wertstabile, neutrale Handelswährung genutzt, das sich ganz schnell in Rauch auflösen kann. Auf staatliche Rettungspakete wird man so in einem Fall kaum hoffen können. Bitfinex bezeichnet die Vorwürfe als "grobe Überspitzung“, Tether sei "finanziell stark“.

Mehr als eine kurzfristige Delle im Bitcoinkurs erzeugte diese Nachricht letztlich aber nicht. Die Preise ziehen wieder an, es wirkt als käme der Bärenmarkt im Kryptogeldhandel langsam an sein Ende. Man darf gespannt sein, ob ab der Jahresmitte die nächste Rallye folgt. (mit Material der dpa) / (axk)