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Bitcoinbörsen zahlen wieder aus: Kursachterbahn auf Mt. Gox

Nach dem großen DDoS-Angriff vergangene Woche haben die großen Bitcoinbörsen wieder ihre Abhebungssperren gelockert. Die von den technischen Problemen am schwersten betroffene Börse Mt. Gox erlebte am Wochenende auch gleich einen weiteren Kursrutsch.

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Die ehemals größte Bitcoin-Börse Mt. Gox hat die Sperre für Bitcoin-Abhebungen gelockert. Ebenfalls können die Kunden des aktuell größten Handelsplatzes Bitstamp wieder ihre Krypto-Guthaben abbuchen. Zunächst hatte Mt. Gox Anfang Februar Sperren eingesetzt und diese mit der Transaction-Malleability-Schwachstelle begründet. In Folge eines massiven dDoS-Angriffs kurz darauf, mit dem unbekannte Angreifer offenbar die Schwachstelle ausnutzen wollten, hatten andere Börsen ebenfalls Bitcoin-Abhebungen gestoppt.

Diese Schwachstelle betrifft weniger die Sicherheit der Kryptowährung selbst als vielmehr die Art, in der Abbuchungssysteme implementiert sind. Durch den Bug kann ein Angreifer eine Transaktion anweisen und dann die dazugehörige Transaktionsnummer ändern. Prüft die Gegenseite nicht genau nach, kann es wirken, als wäre die Transaktion auf Grund normaler Vorgänge im Zahlungsverzeichnis (Blockchain) nicht akzeptiert worden. So kann der Angreifer etwa gegenüber einer Börse behaupten, die Überweisung wäre nicht angekommen und bekommt unter Umständen das Geld noch einmal überwiesen. Offenbar hatten die unbekannten Angreifer mit der Masche Erfolg bei Mt. Gox und klopften auch andere Börsen darauf ab.

Mt. Gox teilte dazu am Montag mit, dass man sich bei allen Kunden für die Unannehmlichkeiten entschuldige. Mit Hilfe des Bitcoin-Dienstleisters Blockchain.info habe man eine Lösung für die Probleme gefunden. Alle Transaktionen im eigenen System sollen künftig mit einem weiteren Identifikationsmerkmal versehen werden, das eventuelle Manipulationen offenkundig mache. Zur Implementation des neuen Systems wurden am Samstag für mehrere Stunden alle Transaktionen angehalten, nun solle in vorsichtigem Tempo die Abhebungswarteschlange abgearbeitet werden.

Bitstamp gab am Samstag bekannt, dass nach Implementation eines Fixes und ausgiebigen Tests der Börsen-Wallet nun wieder der übliche Betrieb weitergehen könne. Der deutsche Marktplatz Bitcoin.de hatte laut eigener Mitteilung bereits am vergangenen Donnerstag wieder den normalen Betrieb aufgenommen. Andere Börsen wie Kraken.com waren offenbar gar nicht von den Schwierigkeiten betroffen

Mehr als eine Halbierung seit Ende Januar: der Bitcoinkurs auf Mt. Gox.

(Bild: Bitcoincharts.com)

In Folge der Abhebungsprobleme stürzte am vergangenen Wochenende auf Mt. Gox der Bitcoin-Kurs zeitweise auf unter 300 US-Dollar ab, stieg inzwischen aber wieder auf rund 370 US-Dollar. Bevor die Probleme bekannt wurden, lag der Kurs vor wenigen Wochen noch bei über 900 US-Dollar. Generell hat Mt. Gox schon seit längerem Probleme mit der Abwicklung von Abhebungen – unabhängig von der transferierten Währung. Manche Beobachter spekulieren bereits über ein nahes Ende der Börse, die einstmals rund 80 Prozent des Bitcoinhandels auf sich vereinte. Gegenüber dem Wall Street Journal wollte Mt.-Gox-Chef Mark Karpeles zumindest keine Auskunft zur Solvenz des Unternehmens geben.

An anderen Handelsplätzen gab der Preis ebenfalls nach, aber nicht in dem Ausmaß wie bei Mt. Gox. Bitstamp verzeichnet aktuell rund 650 US-Dollar, der aus verschiedenen Börsen errechnete Preisindex der Newsseite Coindesk verzeichnet aktuell rund 640 US-Dollar.

Eine Lösung für den seit 2011 bekannten Transaction-Malleability-Fehler im Bitcoin-Protokoll soll ebenfalls in Arbeit sein. Der zum Team der Bitcoin-Kern-Entwickler gehörige Gavin Andreesen stellte gegenüber dem Wall Street Journal für diese Woche einen Fix für den Standard-Client in Aussicht. (axk)