Menü

Bitkom: Digitalisierung bringt nicht nur Gewinner

Achim Berg warnt, dass etwa die Hälfte aller Aufgaben in den nächsten 20 Jahren von Maschinen und Computern übernommen werden können. Die neue Regierung soll in Bildung und Netzausbau investieren – und über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 79 Beiträge
Digitalisierung

(Bild: dpa, Daniel Maurer/Archiv)

Der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg, hat vor einem dramatischen Rückgang bisheriger Berufe durch Automatisierung und Digitalisierung gewarnt. "Ich gehe davon aus, dass etwa die Hälfte aller Aufgaben in den nächsten zwanzig Jahren von Maschinen oder Computern erledigt werden kann", sagte Berg der Rheinischen Post.

Alle Branchen seien davon betroffen, in fast allen Berufen machten sich die Veränderungen bemerkbar. Die Digitalisierung werde nicht nur Gewinner haben. "Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen könnte man vielleicht diejenigen auffangen, die mit der Digitalisierung nicht zurechtkommen", sagte Berg. Er gab sich aber zugleich zuversichtlich, dass auch neue und anspruchsvolle Jobs entstehen werden. "Ein großer Teil der Menschen wird diese neuen Tätigkeiten übernehmen können, da bin ich mir sicher." In der Digitalisierung lägen einmalige Chancen für das ressourcenarme Deutschland.

Bitkom-Präsident Achim Berg

(Bild: Bitkom)

Mehr Investitionen und klarere Strategien will Berg etwa für den Breitbandausbau, im Gesundheitsbereich und auch in der Bildung von der kommenden Regierung sehen. Es brauche "dringend das Schulfach Programmieren". Die "kritisch-konstruktive Auseinandersetzung" mit digitalen Medien werde in deutschen Schulen gar nicht gelehrt. Es könne aber auch nicht sein, dass junge Erwachsene im 21. Jahrhundert "nichts von einfachen Programmen verstehen". Berg wünscht sich, dass das Kooperationsverbot der Länder endlich falle und so dauerhafte Investitionen in die digitale Ausstattung der Schulen möglich werden.

Von mehr Technik im Gesundheitswesen erhofft sich Berg passgenauere Therapien und eine bessere Versorgung. Außerdem hätte Deutschland "in den vergangenen vier Jahren beim schnellen Internet deutlich weiter [...] kommen können". Zwar könne man nun überall damit beginnen, Glasfaserkabel zu verlegen, aber dann würde es trotzdem noch 20 Jahren dauern, bis auch das "entlegenste Dorf angeschlossen ist". Berg setzt deshalb in Hinblick auf eine bessere Versorgung auch auf 5G-Netze und eine investitionsfreundliche Regulierung – dann "können wir bis 2025 flächendeckend Gigabit-Breitband haben".

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

(mit Material der dpa) / (kbe)

Anzeige
Anzeige