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Bitkom: Internet im TV-Gerät bald Standard

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3,4 Millionen TV-Geräte mit Internetanschluss sollen in Deutschland in diesem Jahr verkauft werden. In der gesamten EU werden es über 10 Millionen, so die Marktbeobachter vom European Information Technology Observatory (EITO), das zum deutschen IT-Branchenverband Bitkom gehört. Dabei fasst EITO Fernseher mit Internet-Apps und eingebautem Browser großzügig mit "echten" Hybrid-TVs (HbbTV) zusammen.

Der Umsatz mit Smart-TVs steigt demnach in Deutschland in diesem Jahr um rund 44 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro. Da die Preise auf durchschnittlich rund 1000 Euro sinken, müssen dazu jedoch 60 Prozent mehr Geräte verkauft werden. Ralph Haupter vom BITKOM-Präsidium hat hier den "Top-Trend in der Unterhaltungselektronik" ausgemacht. Besonders in den Ländern mit Nachholbedarf sind die erwarteten Steigerungsraten enorm: In Großbritannien und Frankreich soll sich der Absatz verdoppeln – doch auch dann verkaufen sich dort mit 3,7 Millionen zusammen kaum mehr Smart-TVs als in Deutschland allein. Im kommenden Jahr soll der Boom etwas abflauen: Rund 20 Prozent Umsatzwachstum in Deutschland sowie in der gesamten EU erwartet EITO dann noch.

Ein Teil dieses Wachstums ist jedoch nicht von Kundenwünschen befeuert: Wer ein besonders gutes oder großes Bild oder gar beides will, bekommt die Internetfähigkeit gleich dazu, denn nur noch die kleinsten und günstigsten LCD-TVs gibt es ohne. Folgerichtig schließt laut Bitkom auch nur die Hälfte der Smart-TV-Besitzer ihre Geräte auch ans Netz an. Anfang des Jahres waren Bitkom und EITO von insgesamt 9,8 Millionen in Deutschland verkauften TV-Apparaten ausgegangen. Internetfähig ist demnach gut jedes dritte verkaufte Gerät, angeschlossen nur jedes sechste. Bis die TV-Sender und Video-Dienste davon ausgehen können, fast alle Haushalte mit Hybrid-TV und Internetdiensten zu erreichen, werden also noch ein paar Jahre ins Land gehen. (it)