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BlackBerry Motion: Da ist noch Leben in der Bude

BlackBerry Motion: Da ist noch Leben in der Bude

(Bild: Volker Weber )

Irgendwie war BlackBerry schon abgeschrieben. Zweimal mit BB OS und BB10 gescheitert, ein Neuanfang mit Android misslang. Aber nun fruchtet die Zusammenarbeit mit TCL. Nach dem KEYone stellt BlackBerry Mobile ein elegantes Touch-Gerät vor.

Ein BlackBerry muss sich auch wie ein BlackBerry anfühlen. Das gelang den Kanadiern zuletzt mit den BlackBerry-10-Geräten Passport und Classic. Mit KEYone und dem neuen Motion[1] knüpft TCL-Tochter BlackBerry Mobile als Lizenznehmer von BlackBerry überraschenderweise an diese Tradition an. Zur ersten Zusammenarbeit, in der BlackBerry seine Android-Distribution auf die TCL-Referenzplattformen als DTEK50 und DTEK60 brachte, sah es nicht danach aus.

Das neue Motion hat ein 5,5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, das in einem soliden Metallrahmen hinter einem DragonTrail-Glas steckt, das laut Hersteller kratzfester als Gorilla Glass sein soll. Der 4000 mAh große Akku wird über USB-C mit Quickcharge 3.0 geladen; er soll das Motion 32 h mit Strom versorgen, sodass es zwei Arbeitstage durchhält. Das Gerät ist gegen das Eindringen von Staub und Wasser gemäß IP67 zertifiziert.

Motion hat eine 12 MPixel-Kamera mit f/2.0-Optik und dem gleichen Sensor wie das Google Pixel, allerdings nicht mit der Kamera-Software von Google. Die 8 MPixel auflösende Front-Kamera hat ein f/2.2-Weitwinkelobjektiv und kann auch eine Gruppe von Personen abbilden. Der Snapdragon 625 Chipset weist das Motion als Mittelklassegerät mit 4 GB RAM und 32 GB Speicher aus. Der SIM-Schlitten nimmt eine Speicherkarte mit bis zu 2 TByte Kapazität auf.

BlackBerry liefert Android 7.1.2 für das Motion und verspricht für zwei Jahre Upgrades und monatliche Sicherheitsupdates. Oreo soll Anfang 2018 für KEYone und Motion kommen. BlackBerrys Android-Distribution ist gegen Rooting geschützt und liefert die DTEK-App zur Überwachung der Systemintegrität und für die Einhaltung von Privacy-Einstellungen mit. Der BlackBerry-Launcher gleicht dem Google Launcher und erweitert ihn nur behutsam.

Mitgeliefert werden die BlackBerry Hub Apps, die Informationen aus Mail, Instant Messaging und sozialen Netzwerken gemeinsam anzeigen, ohne sie zu vermischen. Neu beim Motion ist der sogenannte Locker, der private Fotos und Dokumente verschlüsselt und nur über eine gesonderte Abfrage mit Passwort oder Fingerabdrucksensor freischaltet. Wenn man in der Kamera-App den Fingerabdrucksensor als Auslöser verwendet, werden die Fotos direkt im Locker gespeichert.

Auch wenn BlackBerry die eigene Android-Distrubution für KEYone und Motion liefert, wird im Unternehmenseinsatz keine Software der Kanadier benötigt. Beide Geräte sind normale Androids und können auch mit Management-Software anderer Hersteller wie etwa MobileIron oder Vmware Airwatch verwaltet werden. BlackBerry Hub ist der mitgelieferte Client für Exchange. Die Software lässt sich auch für die Nutzung auf anderen Android-Geräten lizenzieren, wenn man eine einheitliche Ausstattung über die Geräte verschiedener Hersteller anstrebt.

Quelle: Volker Weber

(Volker Weber) / (vowe[5])


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[4] http://vowe.net
[5] mailto:vowe@vowe.net