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BlackBerry kauft Secusmart

Überraschender Coup von Blackberry: Das kanadische Unternehmen schluckt den "Merkelphone"-Anbieter Secusmart. Die Expertise des deutsche Unternehmens soll in sichere Smartphones einfließen.

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Freut sich über seinen Coup: Blackberry-Chef John Chen

(Bild: heise online/Volker Weber)

BlackBerry CEO John Chen kündigt auf dem BlackBerry Security Summit in New York die Akquisition von Secusmart an. Das Unternehmen aus Düsseldorf ist vor allem als ein Anbieter des "Merkelphone" bekannt – abhörsicheren Handys für Bundesbehörden. Die Geräte kommen von dem Smartphone-Hersteller aus Kanada, die Software darauf von den Düsseldorfern. Secusmart soll in Düsseldorf bleiben und wird bis auf weiteres unabhängig operieren, ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Mit dem Kauf des deutschen Sicherheitsanbieters baut BlackBerry auf zusätzliche Expertise, um sichere Smartphones anbieten zu können. Secusmart entwickelt und vertreibt die Secusuite, die eine zusätzliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mittels Smartcards realisiert. Die Secusuite wird von der Bundesregierung für verschlüsselte Telefongespräche und Messaging eingesetzt.

BlackBerry-CEO John Chen sieht die Sicherheit mobiler Geräte durch einen Anstieg von Attacken, insbesondere auf Android-Geräte bedroht. Langfristig sei auch das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) durch Sicherheitslücken bedroht. Über den QNX-Geschäftsbereich ist BlackBerry heute bereits in etwa der Hälfte der produzierten Automobile vertreten. QNX wird auch in Industriesteuerungen und Robotern eingesetzt.

Sieht internationale Chancen für sein Unternehmen: Secusmart-Chef Hans-Christoph Quelle.

(Bild: heise online/Volker Weber)

Hans-Christoph Quelle, Geschäftsführer von Secusmart, will eine hohe Gerätesicherheit erreichen, ohne zugleich ein Smartphone durch Regeln so sehr einzuschränken, dass man es nicht mehr als Smartphone nutzen kann. "Als Abhörschutzunternehmen haben wir durch diesen strategischen Schritt ganz neue Möglichkeiten „Security made in Germany“ weltweit Behörden, Mobilfunkbetreibern und Unternehmen anzubieten", erklärte Quelle laut Pressemitteilung. Dabei ist ihm vor allem die Abhörsicherheit von Telefongesprächen ein besonderes Anliegen.

Hans-Christoph Quelle im Gespräch mit heise online (Quelle: Volker Weber)

"Complexity is the enemy of security" beschreibt das aktuelle Sicherheitsproblem. Anwender wollen sich nicht mit Sicherheitsmechanismen beschäftigen. Zugleich ändert sich die Technik schneller als je zuvor. Durch die Cloud setzen sich neue Dienste schneller durch. Auch Sicherheitsprobleme werden immer schneller ausgenutzt. BlackBerry sieht sich in dieser Situation als kompetenter Lösungsanbieter, der Unternehmen sichere Managementlösungen anbieten kann.

Laut Charles Egan, verantwortlich für die BlackBerry-Softwareplattform, ist Sicherheit wie Atemluft. Erst wenn sie fehlt, wird sie plötzlich zum höchsten Gut, um das man sich zuerst kümmert. (axk)

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