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BlackBerry riskiert mit dem Passport ein ganz neues Design

Im September erscheint ein BlackBerry-Phablet mit quadratischem Display. Noch ungewöhnlicher aber ist die Tastatur.

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Blackberry Passport
Blackberry Passport ab € 219,94

(Bild: BlackBerry)

Die Welt von BlackBerry schien geordnet mit jeweils zwei Touch- und zwei Tastaturgeräten. Mit dem Passport riskieren die Kanadier nun ein völlig neues Design. Das Gerät soll im September auf den Markt kommen, aber BlackBerry macht jetzt bereits mit mehreren Blogbeiträgen Lust auf das neue Gerät.

Man muss ein wenig ausholen, um die Motivation hinter diesem Gerät zu verstehen. BlackBerry-Kunden lieben ihre Hardware-Tastatur. Wenn man Tasten mit den Fingerkuppen fühlt, kann man sicher schreiben, ohne auf die Tasten zu schauen. Mit dem Siegeszug des iPhones und späteren Androids suchte BlackBerry immer wieder Designs, die diesen Vorteil erhalten. Unter dem alten BlackBerry OS ging das mehrfach schief. Der BlackBerry Storm hatte ein Touch-Display mit einem Drucksensor dahinter, der Tastendrücke erkennen sollte, beim Storm 2 wurden es dann vier Sensoren. Der Druckpunkt war da, die Tasten aber nicht zu fühlen. Dann versuchten es die Kanadier mit dem Slider BlackBerry Storm, bei dem sich die Tastatur hinter dem Bildschirm verbarg, aber dieses Gerät fiel sehr kopflastig aus. Der BlackBerry Bold 9900 blieb das Maß der Dinge. Kleiner Touchbildschirm, sehr gute Tastatur, nach heutigen Maßstäben sehr lange Laufzeit.

BlackBerry

Mit BlackBerry 10 versuchten die Kanadier dann die beiden Geräte Q10 und Q5 zu etablieren. Hier fehlten den Bold-Nutzern dann schnell die vier Hardware-Buttons und das Trackpad zwischen Bildschirm und Tastatur. Die reine Touch-Bedienung auf dem Bildschirm war ungewohnt und fremd. BlackBerry reagiert auf dieses Feedback mit einem "Classic", der im Herbst das Bold-Design zurückbringt, aber natürlich mit der neuen Software.

Mit dem Passport versucht BlackBerry nun etwas ganz neues. Das beginnt bereits bei der Größe. Das Gerät hat die gleichen Ausmaße wie ein Reisepass, darum der Name. Es ist also ungewöhnlich breit. Ein quadratisches Display mit der Auflösung 1440 × 1440 Pixeln nimmt den größten Teil der Frontseite auf. Darunter angeordnet ist eine Tastatur mir drei Reihen, die auf dem Bildschirm kontextsensitiv durch eine vierte Reihe ergänzt wird. Schreibt man eine URL, dann gibt es dort einschlägige Tasten wie Doppelpunkt und Schrägstrich, bei einer E-Mail erscheint hier das @-Zeichen. Das Design kombiniert also das Gefühl einer Hardware-Tastatur mit der Flexibilität einer Bildschirmtastatur.

Zugleich funktioniert die sehr schmale Tastatur aber auch wie ein Trackpad. Damit lassen sich Gesten erkennen, etwa um zwischen E-Mails zu wechseln oder Webseiten zu navigieren, ohne die Tastatur zu verlassen. Nicht zuletzt lassen sich Wortergänzungen in den Text schnipsen und Tippfehler durch Wischgesten korrigieren. Diese Kombination von Bildschirmrand und Hardwaretastatur mit berührungssensitiven Tasten ist bisher einzigartig.

Bleibt die Frage, wie man mit einem quadratischen Display umgeht. Gewohnt sind wir Displays mit 4:3- oder 16:9-Format. Je nachdem, was wir betrachten, drehen wir es in die richtige Richtung. Das entfällt beim quadratischen Display. Das gibt es ja im Prinzip auch bereits bei Q10 und Q5, aber eben sehr viel kleiner. BlackBerry argumentiert, dass das Passport-Display die Drehung überflüssig macht, da es breit genug ist, Querformat-Inhalte sehr gut lesbar und mit mehr Zeilen darzustellen. (vowe)

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