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Blackberry-Gründer Lazaridis stößt Aktienpaket ab

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Michael Lazaridis, Mitgründer und Ex-Chef von Blackberry, hat unmittelbar vor Weihnachten ein Paket an Blackberry-Aktien abgestoßen. Dies geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervor. Gleichzeitig löste Lazaridis eine Partnerschaft mit dem Mitgründer und Ex-Vizepräsidenten des Unternehmens, Douglas Freign auf. Im Ergebnis halten beide weniger als fünf Prozent der Anteile an dem kanadischen Unternehmen und müssen weitere Verkäufe nicht mehr veröffentlichen. Der Aktienkurs fiel am Donnerstag um fast neun Prozent.

Anfang Oktober hatten Lazaridis und Freign ihre Partnerschaft gemeldet. Gemeinsam hielten sie damals acht Prozent aller Blackberry-Aktien. Nachdem der Finanzinvestor Fairfax mit einem überraschend niedrigen Gebot für das gesamte Unternehmen gepokert hatte, wollten Lazaridis und Freign gemeinsam Blackberry kaufen. Damit waren sie nicht die Einzigen. Einem Angebot Lenovos schob allerdings die kanadische Regierung einen Riegel vor.

Fairfax' Poker ging nicht auf. Am 4. November wurde der Verkauf abgeblasen, CEO Thorsten Heins und sein Team mussten gehen. Der Aktienkurs sackte auf 6,50 Dollar ab. Seither sucht Blackberry wieder einen eigenständigen Weg, womit sich die Partnerschaft zwischen Lazaridis und Freign erübrigt.

Vergangenen Freitag hatte der Aktienkurs trotz grausiger Quartalszahlen einen Sprung um gut 15,5 Prozent nach oben gemacht. Ein Fertigungsvertrag mit Foxconn sorgte für gute Stimmung.

Es sieht so aus, als hätte Lazaridis genau darauf gewartet. Am Montag warf er rund 3,2 Millionen Aktien in den Markt, am Heiligen Abend schob er 333.000 Stück nach. Insgesamt brachte ihm das 26,45 Million US-Dollar ein. Die Kurse stiegen dabei weiter und erreichten mit 7,73 Dollar den höchsten Schlusskurs seit Heins Rauswurf.

Laut seiner Mitteilung hielt Lazaridis zu Weihnachten 4,9922 Prozent an Blackberry. Damit liegt er haarscharf unter der Grenze von fünf Prozent, ab der Teilhaber ihre Transaktionen melden müssen. Freigns Portfolio hat sich seit Oktober nicht verändert. Sein Anteil entspricht derzeit etwa 2,25 Prozent des Unternehmens.

Nachdem die Verkäufe Dienstagabend gemeldet worden waren und am Weihnachtstag nicht gehandelt wurde, fiel der Aktienkurs am Donnerstag um 8,7 Prozent auf 7,06 Dollar. Ob Lazaridis noch weiter verkauft (hat) ist nun seine Privatsache. (jra)