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Blackberry-Hersteller RIM schlägt sich besser als erwartet

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Der Aktienkurs des kanadischen Blackbox-Herstellers RIM ist Mittwochabend vehement nach oben geschossen. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen legte das Wertpapier im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich annähernd 25 Prozent zu. Am Ende des Abends lag der Kurs bei 8,59 US-Dollar, mehr als 20 Prozent über dem Schlusskurs und stattliche 38 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom Montag. Der Optimismus der Anleger ist auf das Quartalsergebnis sowie die steigenden Nutzerzahlen zurückzuführen. Aus dem Schneider ist RIM aber noch lange nicht.

Finanziell sind die drei Monate bis 1. September (zweites Quartal des Finanzjahres 2013) weniger schlimm ausgefallen, als vielfach erwartet. Der Umsatz ist mit 2,87 Milliarden Dollar (2,23 Milliarden Euro) zwei Prozent höher als im ersten Quartal, aber 31 Prozent geringer als im Vergleichsquartal 2012. Der aktuelle Nettoverlust beträgt 235 Millionen Dollar (182 Millionen Euro). Im ersten Quartal waren es mit 518 Millionen Dollar (402 Millionen Euro) mehr als doppelt so viel, aber vor einem Jahr schrieb RIM noch 329 Millionen Dollar Gewinn (255 Millionen Euro).

Trotz des Verlustes konnte RIM seinen Kassenstand um zirka 100 Millionen Dollar (78 Millionen Euro) auf 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) erhöhen: Die Vertriebspartner haben ihre Lagerbestände reduziert und gleichzeitig Rechnungen für frühere Lieferungen bezahlt. So sind die offenen Forderungen RIMs von 3,1 auf 2,2 Milliarden Dollar gesunken, der Kassenstand gestiegen.

RIM hat im Sommer etwas weniger Handys ausgeliefert (7,4 Millionen) als im ersten Quartal (7,8 Millionen). Da aber hochpreisigere Telefone mehr gefragt waren, ist der Umsatz mit Handys gestiegen. Der Absatz der Playbooks hat sich auf nur mehr 130.000 Stück halbiert. Die 16 GByte-Variante ist ausverkauft und wird nicht mehr produziert. Die letzten Bestände sind im September in Kanada für umgerechnet 78 Euro netto abverkauft worden.

Für das Weihnachtsgeschäft erwartet RIM-Chef Thorsten Heins wieder stärkere Nachfrage nach seinen Geräten. Anfang des Kalenderjahres 2013 soll schließlich das neue Betriebssystem Blackberry 10 mit einer "großen, globalen Marketing-Kampagne" eingeführt werden. Die neuen Modelle würden einen besseren Bildschirm als das iPhone 5 haben; und Browsen werde schneller sein als mit irgendeinem anderen Handy, ja sogar schneller als am Desktop. Heins will damit nicht nur bestehende Kunden zum Upgrade bewegen, sondern auch Marktanteile von Android und iOS zurückgewinnen.

Sorgen bereitet RIM derweil der rückläufige Umsatz je Kunde (ARPU). Einerseits würden mehr Kunden günstigere Prepaid-Angebote nutzen. Andererseits sind die in RIMs Wachstumsmärkten erzielbaren Preise generell niedriger, als es die Kanadier aus Nordamerika und Westeuropa gewohnt sind.

Bereits am Dienstag hatte RIM den neuen Rekord von 80 Millionen Blackberry-Usern zum 1. September gemeldet. Das bedeutet einen Zuwachs von zwei Millionen in drei Monaten. Insbesondere in Südostasien verkaufen sich demnach die aktuellen Blackberry-7-Geräte gut. In mehreren Ländern der Region lässt RIM nach eigenen Angaben sogar Apples iPhones hinter sich. Aber auch Südafrika, Nigeria, Saudi Arabien, Venezuela und Großbritannien erfreuen Heins. (jk)