Blackberry-Hersteller fürchtet Absatzeinbruch

Zwar entscheiden sich immer noch Millionen Handynutzer für ein Blackberry. Doch die guten Zeiten des Herstellers RIM scheinen erst einmal vorbei. Die Verkäufe schwächeln, der Gewinn bricht ein.

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Die einst so beliebten Blackberry-Smartphones entwickeln sich zu Ladenhütern. Hersteller Research in Motion (RIM) fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Stück einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der Smartphones ausgeliefert worden. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab.

Nach diesem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstagabend nachbörslich um 7 Prozent auf ein neues Jahrestief von 14 Dollar. So billig war das RIM-Papier zuletzt Anfang 2004. Der Smartphone-Boom trieb die Aktie in der Spitze auf mehr als 140 Dollar. Diese Zeiten sind jedoch seit dem Siegeszug von iPhone und Android vorbei. Nach Daten des Marktforschers Gartner ist der Blackberry-Anteil an den Verkäufen zuletzt von 15,4 auf 11,0 Prozent gefallen.

Die beiden Konzernchefs Jim Balsillie und Mike Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie. Das Führungsduo hofft darauf, dass Geräte mit dem neuen System Blackberry 10 Kunden zurückbringen.

Im dritten Geschäftsquartal, das im November endete, waren die Verkäufe im Jahresvergleich leicht auf 14,1 Millionen geschrumpft. Der Umsatz ging um 6 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zurück. "Wir glauben aber weiterhin, dass RIM die richtige Mischung aus Stärken und Fähigkeiten besitzt, um auch weiterhin eine führende Rolle in der Mobilfunkbranche einzunehmen", erklärten die Firmenchefs.

Zuletzt hatten sich die Flops gehäuft: Ein tagelanger Ausfall der E-Mail-Systeme führte zu großem Frust bei den annähernd 75 Millionen Blackberry-Nutzern. Und der als iPad-Rivale geplante Tabletcomputer Playbook fand zu seinem Ursprungspreis von 500 Dollar kaum Käufer. Erst dank Angeboten in den USA von 199 Dollar konnten am Ende im Quartal zumindest 150000 Playbooks losgeschlagen werden. Der Wertverlust drückte allerdings den Konzerngewinn um 71 Prozent auf unterm Strich 265 Millionen Dollar. (jk)