Menü

Blackberry-Preismodell versenkt RIM-Aktie

vorlesen Drucken Kommentare lesen 76 Beiträge

Damit hat der Chef von RIM nicht gerechnet: Die Ankündigung eines neuen Preismodells im Service-Geschäft ließ die Aktie um über ein Fünftel einkrachen – und das kurz vor dem Start des neuen Hoffnungsträgers. Die Aktie fiel in New York bis Handelsschluss am Freitag um 22,73 Prozent auf 10,91 Dollar, sodass ein Teil der Kurserholung der vergangenen Wochen auf einen Schlag wieder weg war. Die Investoren befürchten, dass mit dem neuen Preismodell die Umsätze von RIM drastisch sinken könnten. Die Service-Erlöse vor allem von großen Kunden wie Unternehmen und Behörden machen mit 982 Millionen US-Dollar rund ein Drittel des RIM-Geschäfts aus.

Die Anleger mögen das neue Blackberry-Preismodell von RIM-Chef Thorsten Heins nicht.

RIM will die Service-Gebühren stärker staffeln, wie der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins ankündigte. Kunden, die zusätzliche Dienste etwa für mehr Sicherheit nutzen, sollen sie auch in Zukunft bezahlen. Von anderen dürfte weniger Geld kommen. Konkrete Beträge blieben bisher offen, ebenso wie die Frage, ob alle Kundengruppen von der Änderung betroffen sein werden. Bei den Anlegern schrillten dennoch die Alarmglocken, obwohl Heins betonte, dass er nicht mit einem Absacken des Service-Geschäfts rechne.

Durch das am 1. Dezember abgeschlossene dritte Geschäftsquartal kam RIM noch mit einem blauen Auge. Der Kunden-Abfluss war nicht so stark wie von einigen Marktbeobachtern befürchtet, denn die Zahl der Blackberry-Kunden sank nur um eine Million auf 79 Millionen. Es war allerdings das erste Mal überhaupt, dass die Blackberry-Kundenbasis zurückging. RIM verkaufte im vergangenen Quartal rund 6,9 Millionen Blackberry-Smartphones und 255.000 Playbook-Tablets, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Der Kurs-Schock kommt für RIM zur Unzeit: Heins will am 30. Januar das nächste Betriebssystem Blackberry 10 mit neuen Geräten vorstellen. Mit der stark verspätet fertig gewordenen Software verbindet RIM die Hoffnung, Anschluss an die erfolgreicheren Rivalen Samsung und Apple zu finden. Die neuen Smartphones würden derzeit von rund 150 Mobilfunk-Betreibern getestet, sagte Heins. RIM hofft, mit dem neuen System auch Unternehmen und Behörden als Kunden zu behalten, die zuletzt immer häufiger unter anderem zu Apples iPhones wechselten. (it)