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Blackberry: Verkauf ist vom Tisch, CEO Heins muss gehen

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Blackberry gibt seine Verkaufspläne auf und CEO Thorsten Heins den Laufpass. Fairfax Financial Holdings und andere Investoren wollen eine Milliarde US-Dollar in Blackberry investieren, teilte [1] das Unternehmen am Montag im kanadischen Waterloo mit. Damit ist ein Verkauf an Fairfax oder andere Interessenten vom Tisch. CEO Thorsten Heins, der den Verkaufsprozess eingeleitet hatte, wird das Unternehmen zusammen mit einigen Verwaltungsratsmitgliedern verlassen.

Die Tage von CEO Thorsten Heins bei Blackberry sind gezählt.

(Bild: dpa)

Heins hatte im Januar 2012 die Führung des damals noch Research in Motion genannten Unternehmens in schwierigen Zeiten übernommen [2]. In seine Amtszeit fällt die Einführung des neuen Betriebssystems BB10, das den Abwärtstrend trotz guter Kritiken nicht aufhalten konnte. Im August dieses Jahres hatte Heins das Unternehmen zum Verkauf gestellt [3]. Zwar zeigten sich Branchengrößen wie Lenovo [4] und andere interessiert [5] (sogar mit Facebook haben die Kanadier gesprochen [6]), zu einem Angebot kam es jedoch nicht. Zuletzt hatten auch die Blackberry-Gründer versucht, Investoren für eine Übernahme zu begeistern [7].

Ein vorläufiges Angebot hatte schließlich nur Fairfax vorgelegt. Der Investor ist schon mit 10 Prozent an Blackberry beteiligt. Im September hatte Fairfax dann insgesamt 4,7 Milliarden US-Dollar für die Komplettübernahme geboten. Das Angebot – ohnehin nicht besonders großzügig [8] – ist nun vom Tisch. Fairfax schießt weiter Geld zu, aber Blackberry bleibt eigenständig. Sobald das Investment abgeschlossen ist, nimmt Heins seinen Hut. Für ihn übernimmt vorläufig John Chen die Konzernspitze.

"Die heutige Ankündigung stellt ein deutliches Zeichen der Zuversicht in Blackberry dar", erklärte Noch-Verwaltungsratschefin Barbara Stymiest am Montag am Sitz in Waterloo nahe Toronto. Auch sie räumt, zusammen mit anderen Verwaltungsratsmitgliedern, ihren Posten. Ihre Zuversicht können die Anleger offenbar nicht teilen: Im vorbörslichen Handel verlor die ohnehin gebeutelte Blackberry-Aktie fast 20 Prozent. (vbr [9])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2039335

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[1] http://www.marketwired.com/press-release/blackberry-receives-investment-us-1-billion-from-fairfax-financial-other-institutional-nasdaq-bbry-1847833.htm
[2] https://www.heise.de/meldung/Fuehrungswechsel-bei-RIM-1418870.html
[3] https://www.heise.de/meldung/Blackberry-stellt-sich-zum-Verkauf-1933980.html
[4] https://www.heise.de/meldung/Lenovo-an-Blackberry-interessiert-1981343.html
[5] https://www.heise.de/meldung/Google-Cisco-SAP-Namhafte-Interessenten-fuer-Blackberry-1973457.html
[6] https://www.heise.de/meldung/Blackberry-lotete-Kaufinteresse-von-Facebook-aus-2036154.html
[7] https://www.heise.de/meldung/Blackberry-Gruender-wollen-Smartphone-Hersteller-uebernehmen-1976885.html
[8] https://www.heise.de/meldung/Kommentar-Kaufofferte-ist-Demuetigung-fuer-BlackBerry-1965208.html
[9] mailto:vbr@ct.de