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Blackberry hält trotz roter Zahlen noch an Smartphones fest

Der Pionier besetzt auf dem Smartphone-Markt nur noch eine Nische. CEO Chen setzt auf neue Geschäfte mit Software – und will die Handy-Sparte retten. Die Bilanz: Rot.

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Blackberry

Blackberry-CEO John Chen.

(Bild: dpa, Mast Irham)

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Der Smartphone-Pionier Blackberry will trotz nur noch homöopathischer Marktanteile weiterhin Smartphones verkaufen. "Ich glaube nach wie vor, dass wir Geld im Geräte-Geschäft verdienen können", sagte Konzernchef John Chen am Donnerstag nach Bekanntgabe der Quartalszahlen. Unter anderem verließen sich viele Regierungen weltweit nach wie vor auf Blackberry-Geräte.

In den vergangenen drei Monaten hat Blackberry demnach noch 500.000 Smartphones zu einem Durchschnittspreis von 290 Dollar abgesetzt. Der Marktanteil war zuletzt auf lediglich 0,2 Prozent geschrumpft. Chen erwägt inzwischen, das eigene Betriebssystem aufzugeben und auf Android umzusteigen. Die Smartphone-Sparte soll in einem halben Jahr operativ schwarze Zahlen ausweisen.

Aktuell hat Blackberry mit dem PRIV ein Modell mit Android im Portfolio. Es sei aber zu teuer für Unternehmensmarkt, räumte Chen ein. "Nur Top-Manager können es sich leisten." Die zwei für dieses Jahr geplanten neuen Blackberry-Telefone sollen im mittleren Preisbereich liegen. Es gab keine Angaben dazu, mit welchem Betriebssystem sie laufen werden – wahrscheinlich Android.

Zugleich will Chen Lizenzen auf einzelne Elemente bei Blackberry entwickelter Technologie verkauften, zum Beispiel Antennentechnik oder Software-Lösungen. Das sei auch eine Absicherung für einen möglichen Ausstieg aus dem Hardware-Geschäft, sagte Chen. Er will aus dem Hardware-Geschäft aussteigen, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt. Zuletzt brachten die Telefone noch mehr als ein Drittel der Blackberry-Umsätze ein.

Zugleich bekräftigte Chen, dass er die rund 30.000 Blackberry-Patente lizenzieren und nicht versilbern wolle. "Ich will die Patente nicht verkaufen. Aber wenn wir uns dazu entschließen sollten, würden wir schnell damit vorankommen können."

Im vergangenen Quartal rutschte Blackberry wegen Abschreibungen in der Hardware-Sparte tiefer in die roten Zahlen. Unterm Strich steht ein Minus von 670 Millionen Dollar. Hauptgrund ist eine Abschreibung auf langfristige Patentvereinbarungen in Höhe von gut 500 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Blackberry noch einen Gewinn von 68 Millionen Dollar geschafft. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 400 Millionen Dollar.

Blackberry hatte die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt, wurde jedoch von Android und iPhone verdrängt. Chen richtet Blackberry nun vor allem auf das Geschäft mit Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus. Er will zum Ende des Geschäftsjahres aus der Verlustzone kommen.

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(vbr)