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Blauer Brief per SMS

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In Rom werden Eltern künftig automatisch per SMS benachrichtigt, wenn ihre Kinder nicht zum Unterricht erscheinen und die Abwesenheit zuvor nicht angemeldet wurde. Mit der Aktion, an der sich insgesamt zwölf römische Schulen beteiligen, will die zuständige Schulbehörde vor allem Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren davon abhalten, den Unterrricht zu schwänzen. In dieser Altersgruppe sei die Zahl der Schulabbrecher besonders hoch, was sich meist schon vorher durch häufiges Fehlen ankündige, erläuterte die Projektverantwortliche Ornella Bergamini gegenüber der International Herald Tribune (IHT). Zudem sei ein automatisierter SMS-Versand kostengünstiger und bereite weniger Aufwand als eine schriftliche oder telefonische Benachrichtigung der Eltern.

Der italienische Verband der Schuldirektoren hält unterdessen wenig von der SMS-Aktion im jetzigen Stadium. "Das System ist blind und deshalb potenziell gefährlich", gibt der Präsident des Verbandes, Giorgio Rembado, zu bedenken. "Automatisch werden SMS verschickt, die Familien womöglich grundlos in Panik versetzen." Abhilfe könnte nach Ansicht Rembados jedoch ein Filtersystem schaffen, das die SMS-Technik intelligenter nutzt. Auch die betroffenen Schüler zeigen wenig Begeisterung für den neuen Benachrichtigungskanal: "Eltern sind womöglich froh darüber, aber ich finde es übertrieben", sagte eine 15-Jährige. Man erschwere Schüler vielleicht das Schwänzen, aber ganz aufhören werde dies auch mit den drohenden SMS-Nachrichten nicht. (pmz)