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Blaues Licht steuert die Körperrhythmen

Licht beeinflusst über unsere Augen die täglichen Körperrhythmen. Dabei spielt das Hormon Melatonin eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler des Jefferson Medical College haben Hinweise auf einen bislang unbekannten fünften "Photorezeptor" im menschlichen Auge gefunden, der die Melatoninproduktion steuert. Bekannt sind bislang vier verschiedene Sinneszellen in der Netzhaut: Stäbchen und drei Arten von Zapfen für das Farbsehen. Nachdem der Einfluss der bekannten Rezeptoren ausgeschlossen werden konnte, zeigten die Forscher in Experimenten, dass eine vom Auge aufgenommene Wellenlänge von blauem Licht (446-477 nm) den Melatoningehalt im Blut am stärksten verändert, indem sie die Produktion des Hormons unterbricht. Der Anstieg des Melatonins am Abend bewirkt Müdigkeit.

Die Forscher denken, dass schon diese Erkenntnis über die Melatoninausgabe durch Licht in einer bestimmten Wellenlänge direkt in therapeutische Anwendungen fließen kann, beispielsweise zur Behandlung der so genannten Winterdepression oder von Kreislaufstörungen, aber auch des Jetlag: "Langfristig, so glauben wir, wird dies in jeder Form der künstlichen Beleuchtung eine Rolle spielen", hoffte der Neurologe George Brainard, der die Forschungsarbeit leitete, "unabhängig davon, ob sie therapeutischen Zwecken oder der normalen Beleuchtung von Arbeitsplätzen, Krankenhäusern oder Wohnungen dient." Über die künstliche Beleuchtung ließe sich, wenn sich die Ergebnisse bestätigen sollten, der Aufenthalt in Innenräumen möglicherweise nach Belieben regeln.

Mehr in Telepolis: Steuerung der Körperrhythmen. (fr)

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