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Block 2 des tschechischen AKW Temelin nach Störfall abgeschaltet

Gerade erst wurde der Block nach einer 95 Tage dauernden Inspektion angefahren, da musste er wegen eines Störfalls wieder abgeschaltet werden. Umweltschützer halten das Atomkraftwerk für störanfällig und gefährlich.

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Block 2  des tschechischen AKW Temelin nach Störfall abgeschaltet

AKW Temelin

(Bild: dpa)

In dem nahe zur deutschen Grenze gelegenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Das Anlaufen des zweiten Reaktorblocks musste nach weniger als einem Tag abgebrochen werden, weil eine Störung am Turbinenlager festgestellt wurde, wie AKW-Sprecher Marek Svitak am Donnerstag mitteilte.

Der betroffene Block war nach einer 95 Tage dauernden Inspektion gerade erst wieder ans Netz gegangen. "Im Moment muss die Turbine abkühlen, was bis Ende der Woche dauern wird – erst dann kann die Reparatur beginnen", sagte Svitak. Wie der Zwischenfall von der tschechischen Atomaufsicht eingestuft wird, steht noch nicht fest.

Das fehlerhafte Teil der Lagerschmierung war gerade erst ausgewechselt worden. "Die Einstellung ist eine Angelegenheit von Bruchteilen von Millimetern", sagte Svitak. Derzeit liefert Temelin, das normalerweise ein Fünftel des tschechischen Stromverbrauchs deckt, keinen Strom. Am ersten Reaktorblock findet seit 26. August ein planmäßiger Brennelementewechsel statt.

Umweltschützer halten das Atomkraftwerk, das rund 60 Kilometer von Bayern entfernt liegt, für störanfällig und gefährlich. Seit der ersten Kettenreaktion im Dezember 2000 gab es in Deutschland und Österreich immer wieder Proteste gegen die Atomanlage. Vor einem Jahr hielt die oberfränkische Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann den bayerischen und tschechischen Behörden vor, eine ehemalige Inspektorin der tschechischen Atomaufsicht habe inzwischen bestätigt, dass die Schweißnähte am Kühlwassersystem des Reaktorblocks Temelin 1 nicht sicher seien.

"Sollte Temelín in die Luft gehen, wird es nicht nur in Wien, sondern auch in Prag, München und Bratislava dunkel", formulierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Das AKW sollte ursprünglich ausgebaut werden. 2014 sah der Betreiber von dem Plan ab, da er sich als nicht wirtschaftlich gezeigt hatte. (mit Material der dpa) / (anw)

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