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Blockchains: Großbank UBS will Bitcoin-Technik erforschen

In der Finanzwirtschaft wächst offenbar das Interesse an der Technik hinter Bitcoin & Co. So will die Großbank UBS nun in London ein Zentrum einrichten, das sich mit unter anderem mit Blockchains befasst.

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Bitcoin

(Bild: dpa, Jens Kalaene/dpa)

Die Schweizer Großbank UBS will in London ein Zentrum zur Erforschung neuer Finanztechnologien einrichten – mit Schwerpunkt auf der verteilten Buchhaltung über eine Blockchain-Datei wie beim Bitcoin. Vor allem solle es darum gehen, die Einsatzszenarien im konventionellen Finanzsystem auszuloten, wie das Wall Street Journal berichtet.

Blockchains kommen bislang bei Kryptowährungen zum Einsatz. So werden im Bitcoin-System alle Transaktionen in Form von Datenblöcken zusammengefasst, die über Hashwerte in Reihenfolge miteinander zur Blockchain-Datei verkettet werden. Im rechenaufwändigen Prozess des Minings werden neue Transaktionsblöcke eingetragen. Jeder Standardclient des Bitcoinnetzwerks (Core) lädt die Datei komplett herunter, validiert sie und verteilt sie ans Netzwerk weiter. Durch diese verteilte Buchhaltung werden alle Teilnehmer des Netzwerks auf dem gleichen Stand gehalten, zugleich können zentrale Instanzen wie Banken vermieden werden.

Das UBS-Zentrum wird laut Pressemitteilung nun in den Londoner Räumlichkeiten des Accelerators Level 39 eingerichtet, der sich auf Finanz-Startups spezialisiert hat. UBS geht dem Bericht nach davon aus, dass sich auf Basis der Blockchain-Technik zum Beispiel schnellere und günstigere Transaktionssysteme für Banken schaffen lassen – allerdings für Zahlungen mit konventionellen Währungen. Dem Wall Street Journal zufolge hatte sich Oliver Bussmann, der IT-Chef der UBS, bereits vergangenes Jahr lobend über das disruptive Potenzial geäußert – damit könnten Bankprozesse "massiv" vereinfacht werden.

Interesse gibt es offenbar nicht nur bei UBS: So berichtete Reuters Anfang März, dass IBM ebenfalls Blockchain-Lösungen für die Finanzwelt planen soll und bereits mit interessierten Instituten Gespräche geführt habe. Einer der Gesprächspartner: die US-Notenbank Fed. Weder die Fed noch IBM wollten sich zu dem Bericht äußern.

Bereits Anfang des Jahres lotete die deutsche Bundesbank die Potenziale bei einer Bitcoin-Konferenz aus. Im vergangenen September hatte auch schon die britische Zentralbank auf die neuen Möglichkeiten hingewiesen. (axk)

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