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Blu-ray-Laufwerk: Gebühr für AACS-Schlüsselwechsel sorgt bei Käufern für Unmut

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Derzeit schlägt eine Mitteilung in Foren und Blogs hohe Wellen, die den ersten in den USA ausgelieferten Blu-ray-Brennern vom Typ Plextor PX-900A beiliegt: Darin werden die Käufer des Geräts nicht nur darüber informiert, dass Blu-ray-Filme mit dem Kopierschutz AACS gesichert sind und die Schlüssel in 18-Monats-Abständen aktualisiert werden müssen. Vielmehr teilt Plextor der Kundschaft auch gleich mit, dass nur der für Februar 2008 geplante erste Schlüsselwechsel kostenlos sei. Für den darauffolgenden Wechsel, der ungefähr im Mai 2009 ansteht, würde indes eine (nicht näher bezifferte) Gebühr erhoben. Wer diese nicht akzeptiere, müsse in Kauf nehmen, nach diesem Zeitpunkt erscheinende Blu-ray-Filme nicht mehr abspielen zu können. Erboste HD-Fans sprechen daher bereits vom "Blu-ray-Beschiss".

Tatsächlich ist bereits seit einiger Zeit bekannt, dass nach den AACS-Bestimmungen alle 18 Monate die Schlüssel gewechselt werden müssen. Dies gilt, da das Sicherungssystem bei beiden HD-Disc-Formaten zum Einsatz kommt, allerdings gleichermaßen für die Blu-ray Disc wie für die HD DVD. Zudem war bislang lediglich davon die Rede, dass von diesem Wechsel die Abspielsoftware betroffen ist; dies haben auch Programmierer von PowerDVD-Entwickler Cyberlink gegenüber heise online bestätigt. Nicht im Laufwerk würden dann also die AACS-Schlüssel ausgetauscht, sondern in der Player-Software.

Daher ist es wahrscheinlich, dass sich die Gebühr im vorliegenden Fall aus einer Vereinbarung zwischen Plextor und Intervideo über die mitgelieferte – und eben bezüglich der Schlüsselwechsel eingeschränkten – OEM-Version des Player-Software WinDVD ergibt. Letztlich hätte Plextor dann also praktisch bei den Kosten für die OEM-Fassung mit dem Ergebnis gespart, dass auf lange Sicht der Kunde die Zeche zahlt – indem er ab 2009 gebührenpflichtige AACS-Schlüsselwechsel hinnimmt oder die Vollversion eines Blu-ray-Softwareplayers erwirbt. Plextor Europe bestätigte, dass die Mitteilung dem Laufwerk beiliegt, konnte die Frage nach dem Grund für die Gebühr bislang aber nicht abschließend beantworten. Intervideo war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (nij)