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Blu-ray: Nischenprodukt mit Potenzial zum Bestseller

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Der Verkaufserfolg einer Speichertechnik wie Blu-ray hängt entscheidend von den Inhalten ab, die dem Verbraucher auf den entsprechenden Medien angeboten werden. Mit der HD DVD ist der vermeintlich schärfste Konkurrent aus dem Rennen. Die Blu-ray-Technik führt dennoch ein Nischendasein. Allein Sonys PS3 konnte zumindest den Blu-ray-Laufwerken bisher maßgebliche Verkaufserfolge bescheren. Laut IDC wurden 2007 rund 13 Millionen Geräte mit einem Blu-ray-Laufwerk verkauft – über drei Viertel davon entfallen auf Spielkonsolen. Etwa jede vierte ausgelieferte Konsole war demnach im vergangenen Jahr mit Blu-ray-Technik ausgestattet.

Im Bereich PC-Laufwerke und bei Geräten für die Unterhaltungselektronik liegt der Blu-ray-Anteil noch bei maximal einem Prozent. Die Marktforscher prognostizieren für die kommenden vier Jahre jedoch massive Zuwachsraten – wenn es der Industrie gelingt, attraktive Inhalte auf Blu-ray Disc (BD) bereitzustellen. Die Verkaufszahlen sollen sich insgesamt auf 130 Millionen Stück verzehnfachen. Während das weitere Wachstum im Gaming-Segment nach Einschätzung des IDC-Analysten Wolfgang Schlichting eher gemäßigt ausfällt, sollen Blu-ray-Laufwerke für den PC ab 2010 die dominierende Rolle spielen.

Die im Vergleich zu DVD-Brennern derzeit noch hohen Preise von BD-ROM-Laufwerken behindern die allzu schnelle Verbreitung der Geräte. Mittelfristig müssen sich die BD-Laufwerke preislich zwischen DVD-ROM und DVD-Brennern einpendeln. Die Gesamtumsätze mit optischen Speicherlaufwerken werden dann laut IDC aber trotz der neu eingeführten Technik weiter sinken. Wurden 2005 in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) noch Geräte im Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar (ohne Blu-ray) abgesetzt, rechnet Schlichting für das laufende Jahr aufgrund des Preisverfalls nur noch mit knapp 2 Milliarden US-Dollar. Auf Blu-ray-Geräte werden dabei kaum mehr als 200 Millionen US-Dollar entfallen. (map)