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Bluetooth-SIG demonstriert Stereo-Übertragung per Funk

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Die Bluetooth Special Interest Group präsentiert auf der Wireless Connectivity World Conference, WiCon, erstmals die Übertragung von Stereo-Signalen über den Bluetooth-Funk. Den Grundstein legte die SIG im vorigen Jahr selbst, als sie das Advanced Audio Profil (A2DP) spezifizierte, das eigens für HiFi-Übertragungen gedacht ist. Zuvor gab es im Audio-Bereich lediglich Anwendungsprofile für die Telefonie, etwa das HandsFree- oder das Headset-Profil.

Die beiden nun vorgestellten Produkte eignen sich in Verbindung mit Bluetooth-Handys auch für die Schnurlos-Telefonie; ein Mikrofon ist jeweils eingebaut. Koppelt man sie mit einem PC, der wie ein Handy als Headset-Audio-Gateway fungiert, ist mit beiden Produkten auch IP-Telefonie möglich. Darüber hinaus verfolgen sie sehr verschiedene Konzepte.

Das in Taiwan ansässige Unternehmen Air2U bietet ein Set, das aus einer Sendestation und einem Stereo-Headset besteht. Die Sendestation MCA01 schließt man per Kabel an den analogen Ausgang von HiFi-Geräten an, etwa Verstärkern oder CD-Playern. Sie digitalisiert die analogen Signale und sendet sie via Bluetooth zum Headset MCH02.

Die Sendestation hat ein Klasse-1-Modul eingebaut, das prinzipiell bis zu 100 Meter überbrücken kann. Im batteriebetriebenen Headset steckt jedoch aus Stromspargründen nur ein Klasse-2-Modul. Das Set ist laut Hersteller also für maximal 20 Meter ausgelegt. In Deutschland hat es die Firma Aiptek unter dem Namen BT MusiCool in ihr Lieferprogramm aufgenommen; es kostet rund 130 Euro.

Das von Sonorix bisher anscheinend nur in Korea angebotene Stereo-Headset OBH-0100 beruht auf dem bereits bekannten Referenz-Design von OpenBrain und ist für den Betrieb mit PCs ausgelegt; ein Bluetooth-Adapter für den USB-Port gehört zum Lieferumfang. Das Headset kann digitale Musik in den Formaten MP3 und WMA wahlweise per Streaming vom PC empfangen oder als eigenständiger Player aus dem eigenen 128-MByte-Flash-Speicher wiedergeben. Die Reichweite gibt OpenBrain mit 10 Metern an.

Der Hauptvorteil der Bluetooth-Übertragung gegenüber bisher verbreiteten analogen Verfahren liegt in der Fehlerkorrektur. Gute Funkqualität vorausgesetzt, kommt das Stereo-Signal fehlerfrei im Headset an -- kein Rauschen, kein Knistern. Die Reichweite variiert je nach Anwendung, Funk-Modul und Güte der Antenne. Mit Klasse-2-Geräten, die vielleicht den besten Kompromiss zwischen Reichweite und Akku-Laufzeit liefern, sind für anspruchsvolle Anwendungen wie Musik-Streaming Reichweiten von maximal 20 Metern möglich. Wenn Wände oder andere Gegenstände im Funkweg stehen, steigt die Fehlerrate, sodass die Korrekturmechanismen nicht mehr greifen und die Musik aussetzt oder ganz abbricht.

Ein weiterer Vorteil liegt in der 2-Wege-Kommunikation des Bluetooth-Funks begründet -- da schon aus Fehlerkorrekturgründen ein Rückkanal eingebaut ist, kann man Headsets auch mit Fernbedienungsfunktionen ausstatten. Ein Beispiel ist das von Toshiba immer wieder präsentierte, aber in Deutschland nicht angebotene Stereo-Headset, das über wenige Knöpfe eine Titel-Auswahl oder Lautstärkeregelung ermöglicht. (dz/c't) / (rop)