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Bluttest auf Krebs-auslösende DNA lässt Behandlungserfolg von Darmtumor-Operationen erkennen

So genannte Flüssig-Biopsien sollen Krebs leichter und früher erkennbar machen. Eine neue Studie mit Darmkrebs-Patienten zeigt, dass das Verfahren relativ zuverlässige Ergebnisse liefert.

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Bluttest auf Krebs-DNA lässt Behandlungserfolg von Darmtumor-Operationen erkennen

Hat die Operation dauerhaft geholfen oder nicht? Diese bange Frage kann Darmkrebspatienten noch lange quälen, nachdem ein Chirurg den Tumor aus ihrem Körper entfernt hat. Denn bei ungefähr jedem fünften Betroffenen lassen Reste die Krankheit später erneut ausbrechen. Wie eine Studie von Ärzten aus Australien und den USA zeigt, kann ein neuartiger Bluttest jedoch mehr Gewissheit bringen: So genannte Flüssig-Biopsien (Liquid Biopsies) lassen erkennen, ob eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall besteht. Das berichtet Technology Review online in "Seelenfrieden für Krebspatienten".

Bei üblichen Biopsien wird ein Stück des Tumors für Untersuchungen in ein Labor gebracht. Bei einer Liquid Biopsy identifiziert man krebserregende DNA-Fragmente im Blut von Patienten (circulating tumor DNA, ctDNA) mittels maschineller Sequenzierung; auf diese Weise lässt sich auch Krebs entdecken, der ansonsten verborgen bleibt. Einige Wissenschaftler sagen deshalb voraus, dass Flüssig-Biopsien zu einem universellen Screening-Test werden könnten, um Krebs möglichst früh zu erkennen, weil er dann am ehesten heilbar ist.

Das US-australische Team nahm während der Therapie mehrmals Blutproben von 230 Darmkrebspatienten und beobachtete sie dann zwei Jahre lang. Weder den Patienten noch den Ärzten wurden die Ergebnisse der Tests verraten. Wie sich zeigte, kam es bei 79 Prozent der Patienten, in deren Blut noch Tumor-auslösende DNA zu finden war, zu einem Rückfall; bei negativen Tests betrug diese Quote nur 9,8 Prozent. Das bedeutet, dass Ärzte mit dem Test relativ sicher feststellen könnten, wer dringend eine weitere Behandlung braucht. Und ein negatives Ergebnis kann Patienten beruhigen, dass sie mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit geheilt sind.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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