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Technology Review

Blutvergiftung: Neues Verfahren identifiziert Sepsis-Erreger in wenigen Stunden

Wenn der Auslöser einer Sepsis schnell identifiziert wird, lässt sich die oft tödliche Krankheit besser in den Griff bekommen. Ein neues Verfahren verringert den Zeitaufwand von Tagen auf Stunden.

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Neues Verfahren identifiziert Sepsis-Erreger in wenigen Stunden

Erste US-Krankenhäuser setzen eine neue Technik zur schnelleren Erkennung der für eine Sepsis verantwortlichen Erreger ein. Das von dem Unternehmen T2 Biosystems entwickelte System wurde im vergangenen Herbst von der US-Gesundheitsaufsicht FDA für Tests auf den Pilz Candida zugelassen. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen Verträge mit 30 Krankenhäusern geschlossen haben, berichtet Technology Review online in „Schnellere Sepsis-Diagnose soll Leben retten“.

Eine Sepsis, umgangssprachlich oft "Blutvergiftung" genannt, ist eine zerstörerische Entzündungsreaktion auf eine Infektion, die den gesamten Körper erfasst und unbehandelt zu Organ-Fehlfunktionen und zum Tod führen kann. Für Gegenmaßnahmen muss zunächst das Bakterium oder der Pilz identifiziert werden, der als Auslöser dahinter steht, was bis zu fünf Tage dauern kann und nicht zuverlässig funktioniert. Mit dem neuen Detektor namens T2 Magnetic Resonance (T2MR) soll sich der Erreger laut T2 innerhalb von fünf Stunden erkennen lassen. Das Verfahren basiert auf demselben physikalischen Prinzip wie Magnetresonanztomografie.

John McDonough, CEO von T2 Biosystems, zitiert klinische Studien, nach denen das Todesrisiko um 50 Prozent sinkt, wenn innerhalb von 12 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome das richtige Medikament verabreicht wird. Als Nächstes plant T2 einen Detektor für Bakterien, bei denen Breitband-Antibiotika nicht wirken. Bis Ende dieses Jahres könnten klinische Studien damit beginnen. Wenn das Unternehmen die FDA-Genehmigung für den neuen Test so schnell erhält wie für den auf Candida, könnte er schon 2017 auf den Markt kommen.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

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