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Boeings Starliner-Raumschiff: Problem nach Start, ISS nicht mehr zu erreichen

Eigentlich sollte nun auch Boeings Raumkapsel Starliner erstmals unbemannt zur ISS fliegen. Nach dem geglückten Start gab es dann aber ein Problem.

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Start geglückt

(Bild: NASA/Joel Kowsky)

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Der Starliner, Boeings Raumschiff für bemannte Flüge ins All, ist am Freitag zum ersten Mal in den Weltraum gestartet. Neun Monate nach SpaceX hat damit auch das zweite private Unternehmen im Rahmen des Programms "Commercial Crew" der NASA diesen Meilenstein absolviert und eine Raumfähre zur Internationalen Raumstation ISS geschickt. Nachdem die Kapsel von der Rakete des Typs Atlas V abgekoppelt wurde, blieb jedoch jene Triebwerkszündung aus, die sie auf den Weg zur ISS bringen sollte. Genaueres ist derzeit noch nicht klar, aber "Boeings CST-100 Starliner ist in einem stabilen Orbit", versichert die NASA – aber nicht auf dem Weg zur ISS, ergänzt deren Chef.

Genau wie damals die Dragon-Kapsel von SpaceX ist der CST-100 Starliner während des Testflugs ohne Personen an Bord unterwegs. Der Start erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Die zuständige Missionskontrolle überprüft derzeit ihre Optionen, erklärte die US-Weltraumagentur.

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Im Rahmen des des "Commercial Crew"-Programms sollen private Unternehmen Astronauten in den Erdorbit bringen, die NASA will sich derweil auf Missionen zum Mond und darüber hinaus konzentrieren. Boeing und SpaceX waren 2014 beauftragt worden, Raumschiffe zu entwickeln, die Astronauten ab 2017 zur ISS bringen sollten. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, offenbar gab es zwischenzeitlich unter anderem erhebliche Sicherheitsbedenken. Auch aktuell steht noch kein Termin für bemannte Flüge fest, denn nach einer Explosion der Crew Dragon von SpaceX beim Test von deren Startabbruch-System werden alle dafür festgelegten Termine für beide Unternehmen einer Überprüfung unterzogen.

Um 12:23 Mitteleuropäischer Zeit hob die Atlas V der United Launch Alliance von Boeing und Lockheed Martin am Freitag nun ab. Danach lief laut Boeing alles nach Plan und fast 15 Minuten nach dem Start wurde die Raumkapsel abgedockt. Danach gab es aber eine Anomalie und aktuell ist die Kapsel wohl nicht auf dem Weg zur ISS, wo sie eigentlich am morgigen Samstag ankommen sollte. An Bord hat sie unter anderem eine Puppe – beziehungsweise "anthropomorphes Testgerät" – namens "Rosie, deren Sensoren messen sollen, welchen Belastungen Astronauten künftig bei diesen Starts ausgesetzt sein würden.

Update 20.12.2019 – 15:00 Uhr: Wie der NASA-Chef Jim Bridenstine inzwischen mitteilte, hatte die Raumkapsel ein Problem mit der Zeitmessung. Deswegen sei eine geplante Triebswerkszündung zum falschen Zeitpunkt durchgeführt worden. Mit weiteren Manövern sei der Orbit nun angehoben worden, die nächsten Schritte würden geprüft.

Update 20.12.2019 – 16:00 Uhr: Wie Vertreter der NASA bei einer ersten Pressekonferenz erklärte, hat die Raumkapsel nicht mehr genügend Treibstoff, um noch die ISS zu erreichen. Bridenstine versicherte derweil mehrmals, "eine Menge ist heute gut gelaufen". Er ergänzte, es sei noch zu früh, um zu klären, ob ein weiterer unbemannter Test nötig sei. Die Raumkapsel sei in einem guten Zustand, eine Reihe von Sensoren liefern demnach Daten. Das Problem habe auch seine Ursache in der Automatisierung und mit Astronauten an Bord hätte es Optionen gegeben, es zu beheben. Es gebe keine Sicherheitsbedenken. Gegenwärtig sei geplant, die Raumkapsel am Sonntag auf einem Testgelände in New Mexico zu landen.

Boeings Starliner erstmals auf dem Weg ins All (8 Bilder)

Der Start hat geklappt.
(Bild: NASA/Joel Kowsky)

(mho)