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Börsenzeitung: Verdacht gegen Biodata erhärtet sich

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Beim Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) erhärtet sich nach einem Bericht der Börsenzeitung der Verdacht, dass die Softwarefirma Biodata gegen das Insiderrecht verstoßen hat. Dabei nutzen Anleger internes Wissen für illegale Börsengeschäfte. Das BAWe leitete nach Informationen der Börsenzeitung vom Wochenende eine förmliche Insideruntersuchung gegen die überschuldete Biodata Information Technology AG ein. So einem Verfahren geht eine vorläufige Untersuchung voraus, die genügend Anhaltspunkte für einen Verstoß liefern muss.

Anfang Oktober kam es zu auffälligen Kursbewegungen, bevor das Softwareunternehmen aus dem hessischen Lichtenfels mitteilte, die eigenen Planzahlen verfehlt zu haben. Das BAWe fragt nun bei den Banken nach, wem bestimmte auffällige Transaktionen zuzuschreiben sind. Die Prüfung könne sich aber Wochen oder Monate hinziehen.

Eine zweite BAWe-Untersuchung gegen Biodata befinde sich dagegen kurz vor dem Abschluss, berichtete die Zeitung. Dabei geht es um Pflichtmitteilungen des Unternehmens. Biodata hatte im vergangenen Jahr einen Großauftrag gemeldet. Erst zwölf Monate später meldete das Unternehmen, dass der Auftrag geplatzt sei. Wichtige wirtschaftliche Entwicklungen müssen börsennotierte Gesellschaften aber möglichst zeitnah berichten. Wertet das BAWe den Vorgang als Verstoß gegen die Ad-hoc-Pflicht, drohen Biodata ein Bußgeld von bis zu drei Millionen Mark (1,53 Mio. Euro) oder eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft. (dpa) (wst)