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Bombendrohung in den USA: Festplatten bei Hetzner beschlagnahmt

Beim deutschen Hostinganbieter Hetzner haben die Behörden Festplatten eines Servers beschlagnahmt, auf dem ein alternativer E-Mail-Anbieter lief. Über eine Adresse des Anbieters waren Bombendrohungen an US-Schulen geschickt worden.

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Rechenzentrum

(Bild: dpa, Sven Hoppe/Archiv)

Nach einer falschen Bombendrohung gegenüber verschiedenen US-Schulverwaltungen haben deutsche Behörden beim Hostinganbieter Hetzner Online Festplatten des Maildienstes cock.li beschlagnahmt. Von einer E-Mail-Adresse des “alternativen” Anbieters aus dem Imageboard-Umfeld waren in der vergangenen Woche mehrere falsche Bombendrohungen an US-Schulbehörden verschickt worden.

Daraufhin hatten sich die zuständigen Behörden in Los Angeles am vergangenen Dienstag entschieden, alle Schulen im Bezirk zu schließen. Über 600.000 Schüler konnten nicht zur Schule gehen. Auch die Schulverwaltungen Dallas und New York hatten die Bombendrohungen erhalten, diese aber offenbar als nicht ernstzunehmend genug eingestuft, um Schulen zu schließen. Allerdings hat die New Yorker Polizei Ermittlungen aufgenommen und vom Betreiber des E-Mail-Dienstes Auskunft über einen Nutzer verlangt, wie aus Dokumenten hervorgeht, die der Betreiber auf seiner Website veröffentlicht hat.

Spur ins Vogtland

In der vergangenen Woche hatten US-Medien berichtet, die Bombendrohungen seien zu einer IP-Adresse aus dem Raum Frankfurt/Main zurückverfolgt worden. Hetzner betreibt Rechenzentren in Nürnberg und im sächsischen Falkenstein. Laut dem Betreiber von cock.li geht die Beschlagnahmung auf die Staatsanwaltschaft Zwickau zurück. Weder von der Staatsanwaltschaft noch von Hetzner war am Dienstagnachmittag kurzfristig eine Bestätigung zu bekommen.

Wie die Anwältin des Betreibers gegenüber Ars Technica erklärte, werde ihr Mandant selbst nicht beschuldigt. In einem Video beteuert er, er werde mit den Behörden kooperieren. Der 21-jährige US-Bürger lebt laut eigenen Angaben seit Kurzem in Rumänien. (vbr)

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