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Booking.com bald ohne Psycho-Tricks

Die Hotelbuchungsplattform Booking.com unterlässt auf Geheiß der EU-Kommission in Zukunft "manipulative Methoden" in ihrer Zimmersuche.

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(Bild: pixabay.com)

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Wer auf Booking.com ein Hotelzimmer sucht, kennt die so oder ähnlich lautende Zeile gut: "Nur noch ein Zimmer verfügbar". Gerade wenn man kurzfristig eine Unterkunft sucht und die Zeit drängt, lässt man sich leicht davon beeinflussen. Dabei wird bei genauem Hinsehen oft klar, dass es sich lediglich um das letzte auf Booking.com verfügbare Zimmer handelt, das Hotel selbst aber keineswegs ausgebucht sein muss. Solche und andere Tricks will die Plattform nach einer Intervention der EU-Kommission zukünftig unterlassen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Auch auf andere "manipulative Methoden" wie Zeitbegrenzungen für Buchungen und irreführende Angaben zu Preisnachlässen wolle Booking.com verzichten, wie die Kommission mitteilte. Vorausgegangen waren mehrmonatige Gespräche mit dem Betreiber der Plattform, an denen auch die niederländische Behörde für Verbraucherschutz und Märkte (Autoriteit Consument & Markt) beteiligt war.

Booking.com wird seine Plattform nun bis zum 16. Juni 2020 an das EU-Verbraucherschutzrecht anpassen: "Es ist unerlässlich, dass marktbeherrschende Unternehmen wie Booking.com ihrer Verantwortung auf diesem Gebiet gerecht werden", ließ der belgische EU-Kommissar für Justiz und Rechtsstaatlichkeit, Didier Reynders, dazu in einer Presseklärung verlauten.

Booking.com selbst teilte mit, dass man auf freiwilliger Basis mit der Kommission und der Vereinigung nationaler Verbraucherorganisationen zusammengearbeitet und dabei Zugeständnisse gemacht habe, von denen die Verbraucher in der EU profitieren würden. "Schlussendlich setzt Booking.com auf eindeutige Gesetzgebung und Vorschriften, die für alle in der Branche gelten, um faire Wettbewerbsbedingungen und einheitliche Standards für den Verbraucher zu schaffen", so das Unternehmen in einem Statement.

Irreführende Angaben wie bei Booking.com sind keineswegs ein Einzelfall: Bereits im Februar hatte die EU-Kommission angekündigt, stärker gegen Lockvogelangebote mit ungenauen Preis- und Rabattinformationen mobil zu machen. Zuvor hatte sie 560 Onlineshops genauer unter die Lupe genommen. (mon)