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Bool {True, False} : Zum 200. Geburtstag von George Boole

Vor 200 Jahren wurde George Boole geboren, der als Mathematiker und Philosoph die Grundlagen für eine Aussagenlogik und Wahrscheinlichkeitsberechnung formulierte.

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(Bild: georgeboole.com )

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"Kannst du addieren?", fragte die Weiße Königin. "Was ist eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins?" "Ich weiß nicht", sagte Alice, "ich habe den Faden verloren!" Mit dieser eleganten Verbeugung vor seinem Vorbild George Boole, die Lewis Carroll in Alice im Wunderland versteckte, verwies der Mathematiker Charles Dodgson auf den Aufbruch des Universalrechners: Einen funktionierenden Speicher vorausgesetzt, können sie alles berechnen, denn sie verlieren den Faden nicht.

George Boole wurde am 2. November 1815 als Sohn eines Schuhmachers und einer Kammerzofe im englischen Lincoln geboren. Früh zeigte er ein Talent für Sprache und konnte ab dem 16. Lebensjahr als Lehrer unterrichten und seine Eltern ernähren. Mit 19 konnte Boole seine eigene Schule eröffnen.

Sein Aufstieg in die örtliche Gesellschaft begann 1841 mit einer Arbeit zur Invariantentheorie, "Exposition of a General Theory of Linear Transformations". Im Jahre 1847 veröffentlichte Boole seine erste Arbeit zur Aussagenlogik, The Mathematical Analysis of Logic. Dieses Werk brachte ihm einen Ruf als Mathematik-Professor an das neu gegründete Queen's College im irischen Cork ein – heute das University College Cork, wo Booles Geburtstag gefeiert wird. In Cork verfasste er 1854 sein Hauptwerk An Investigation of the Laws of Thought on which are founded the mathematical theories of logic and probalities. George Boole starb am 8. Dezember 1864 an einer Lungenentzündung, die von seiner Frau unter dem Einfluss der homöopathischen Ideen von Samuel Hahnemann behandelt wurde.

Die von Boole formulierten Aussagen zum algebraischen Logikkalkül führte über die Arbeiten von Charles Dodgson zur Symbolischen Logik und John Venn zur graphischen Darstellung nach Verbessungen des Kalküls durch Charles Pierce und Ernst Schröder zur Booleschen Algebra. Auf Basis dieser Algebra entwickelte Claude Shannon im Jahre 1937 in seiner Masterarbeit A Symbolic Analysis of Relay and Switching die Schaltalgebra, die von elektromechanischen Relais-Systemen zum Rechnen genutzt wird.

Google-Doodle zum 200. Geburtstag von George Boole

(Bild: google.de)

Aus diesem Grunde wird in den USA der 200. Geburtstag von Boole zusammen mit dem 100. Geburtstag von Shannon begangen. Shannon arbeitete anschließend bei den Bell Telephone Laboratories, wo sein Kollege George Stibitz bewaffnet mit Shannons Arbeit aus Telefon-Schaltelementen den Komputer baute - mit "K" wie Kitchen für die Küche, in der Stibitz arbeitete.

Stibitz war es schließlich, der in einem Memorandum vom April 1942 unter dem Titel "Digital Computation for Anti Aircraft" gegen langsame analoge Rechner als ersten den Digitalcomputer postulierte, der mit "binären Pulsen" wesentlich schneller arbeiten sollte. Damit kam dank Boole dieses Digitale auf die Welt.

Zu George Boole siehe auch auf iX:

(anw)