Menü

Bosch will selbstfahrende Autos das Lernen lehren

Die Mobilität der Zukunft soll frei von Unfällen, Stress und Emissionen sein. Das verspricht Bosch auf einer Konferenz in Berlin. Künstliche Intelligenz spiele dafür die entscheidende Rolle. Bosch will dafür das "Gehirn" liefern.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 22 Beiträge
Bosch will selbstfahrenden Autos das Lernen lehren

(Bild: Bosch)

Für selbstfahrende Autos will künftig auch Bosch das "Gehirn" liefern. So drückte es der Automobil-Zulieferer auf der Konferenz Bosch Connected World in Berlin aus. Dort stellte Bosch einen Fahrzeugcomputer für das autonome Fahren vor. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz soll er Fahrzeuge selbst durch komplexe Verkehrssituationen leiten. "Wir bringen dem Auto bei, sich selbstständig durch den Straßenverkehr zu bewegen", sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Für Fahrzeuge soll es damit möglich sein, Verkehrssituationen zu interpretieren sowie bessere Vorhersagen über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu treffen. Die Automobilbranche erhofft sich vom Einsatz künstlicher Intelligenz enormen Schub bei der Entwicklung autonom fahrender Autos und arbeitet daran mit Hochdruck.

Die Vernetzung der Dinge berge enorme Potenziale für die Mobilität der Zukunft, sagte Denner. "Künstliche Intelligenz spielt dabei eine herausragende Rolle." Automatisiertes Fahren werde künftig die Faktoren Stress, Emissionen und Unfälle auf Null bringen.

So sollen Fahrzeuge mit Hilfe von Sensortechnik künftig Daten für einen stets aktuellen Plan der in einer Umgebung verfügbaren Parkplätze beisteuern. Mit der Versicherung HUK Coburg arbeitet Bosch aktuell an einer neuen Anwendung, die exakt das Fahrverhalten des Autohalters registriert und entsprechend daran die Versicherungsrate bemisst. Und in Berlin präsentierte Denner eine Brille für Augmented Reality, die dem Träger zum Beispiel bei einem Fahrzeugschaden Reparaturanweisungen und Analysewerkzeuge direkt ins Sichtfeld projiziert.

Bosch will das Auto-"Gehirn" gemeinsam mit dem US-Chiphersteller Nvidia entwickeln, eine Kooperation kündigte Denner am Donnerstag an. Auf den von Nvidia angefertigten Chips sollen dann die Algorithmen für die Fahrzeugbewegungen in künstlichen neuronalen Netzen gespeichert werden. Der Autocomputer solle spätestens Anfang der kommenden Dekade in Serie gehen, kündigte Bosch an. Anfang 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, ein Zentrum für Künstliche Intelligenz gründen zu wollen. Der Konzern werde rund 300 Millionen Euro in diesem Bereich bis 2021 investieren, sagte Denner.

In Sachen Datensicherheit sei künftig verstärkt ein gesellschaftlicher Diskurs nötig, wenn es darum geht, Daten im autonomen Fahrzeug zu erfassen und zu verarbeiten, sagte Michael Fausten, Bosch-Projektleiter für automatisiertes Fahren der dpa. "Automatisierte Fahrzeuge brauchen viele Daten etwa über den aktuellen Zustand der Straßen." Dabei sei es aber nicht wichtig, von welchem Auto die Daten stammten. Über spezielle Verfahren könnten die erfassten Identitätsnummern der Fahrzeuge anonymisiert werden, so dass die Daten nicht individuell rückführbar seien. "Es ist wichtig, dass erklärt wird, was mit den Daten gemacht wird." Dabei bedarf es großer Transparenz.

Auf der Bosch Connected World in Berlin zum Internet der Dinge diskutieren noch bis einschließlich dem heutigen Donnerstag rund 2700 Entwickler, Vertreter aus der Wirtschaft sowie Journalisten über Vor- und Nachteile der Vernetzung des Menschen und seiner Lebenswelt. (anw)