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Branchenindex: Deutschland bietet weltweit bestes Umfeld für Cloud Computing

Die Software-Allianz BSA hat Deutschland rechtlich gesehen zum weltweit besten Standort für Cloud-Dienste vor Japan und den USA erkoren. Die Bundesrepublik punktet in den Bereichen Datenschutz, IT-Sicherheit und Breitband.

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Telekom-Rechenzentrum

(Bild: dpa, Jens Wolf)

Deutschland schneidet in einer Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen für Cloud Computing durch die BSA ("The Software Alliance") global am besten ab. Die Bundesrepublik kann sich dabei vor allem aufgrund einer überarbeiteten Methodik von Rang drei im Jahr 2016 auf den ersten Platz vorschieben. Die am Dienstag veröffentlichte Studie bescheinigt Deutschland vor allem effektive Gesetze zum Schutz von E-Commerce und zur IT-Sicherheit, was Kritiker nach den Meldungen aus der vorigen Woche über den "Bundeshack" anders sehen. Auch die "gute Unterstützung von internationalen Standards und Interoperabilität" loben die Prüfer der Branchenvereinigung, die insgesamt 24 Länder in den Blick nahmen.

Der Kampf gegen Cyberkriminalität sei in Deutschland weit fortgeschritten, loben die Analysten. Dazu komme ein "modernes" Gesetz für elektronische Signaturen. Die Bundesrepublik habe zudem eine "umfangreiche Datenschutzgesetzgebung". Allein "beschwerliche Registrierungsanforderungen" könnten hier zu einer Kostenbarriere bei der Datenverarbeitung führen. Im Bereich des Immaterialgüterrechts biete Deutschland einen "guten Schutz", in einigen Bereichen wie der Absicherung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen seien aber noch "Verbesserungen" möglich. "Guten Fortschritt" habe die Bundesrepublik ferner beim Breitbandausbau mit der Zielvorgabe gemacht, allen Haushalten bis Ende des Jahres Anschlüsse mit 50 MBit/s zu bieten.

Während Bürger, Politiker und Unternehmen in Deutschland die Cloud oft noch skeptisch sehen und um ihre Daten fürchten, haben Branchenriesen wie Amazon, Google und Microsoft mittlerweile hierzulande Rechenzentren aufgebaut. Microsoft setzt dabei auf eine Treuhandlösung mit der Deutschen Telekom, um einen Datenzugriff ohne nationalen Gerichtsbeschluss zu erschweren.

Laut BSA konnten in der "Scorecard" zu den politischen und rechtlichen Standortfaktoren die meisten untersuchten Länder Fortschritte machen, einige Märkte seien aber auch zurückgefallen. Die Plätze zwei und drei belegen Japan und die USA, die jeweils einen Rang zurückstecken mussten. Das Schlussfeld bildet eine Gruppe von Ländern, die laut der "Stimme der Software-Industrie" einen "rein nationalen Ansatz verfolgen": Dazu zählen Russland, China, Indonesien und Vietnam auf dem letzten Platz. Staaten, die unter anderem "den freien Datenverkehr befürworten" und eine verlässliche IT-Infrastruktur aufbauen, sind nach Ansicht der BSA dagegen am besten in der Lage, "ihren Bürgern und Unternehmen die wirtschaftlichen Vorteile des Cloud Computing zu eröffnen". (Stefan Krempl) / (mho)

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