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Branchenverband: Euphorie bei Elektro-Autos nicht spürbar

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Trotz steigender Zulassungszahlen bei Elektroautos sieht das Kfz-Gewerbe noch massive Probleme bei dem alternativen Antrieb. Es gebe bisher eine mangelnde Infrastruktur für E-Autos, sagte der Präsident des niedersächsischen Landesverbandes des Kfz-Gewerbes, Karl-Heinz Bley, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Zudem existierten auf dem Land nicht genügend spezielle Tankstellen. Auch deswegen würden Hybrid und Gas die führenden alternativen Antriebe bleiben. Eine "Elektro-Euphorie" sei nicht spürbar. Der Kauf eines E-Autos durch Privatpersonen sei nach wie vor die Ausnahme.

Spezielle Tankstellen plant der E-Auto-Hersteller Tesla. Er hat im Dezember angekündigt, die ersten vier nach Süddeutschland zu bringen. Weitere sollen folgen. In Norwegen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits alle wichtigen Strecken abgedeckt. In Leipzig sollen kommendes Jahr die Laternen einer Straße mit Ladestationen für Elektroautos ausgerüstet werden. An diesem Projekt arbeiten derzeit Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland mehr als verdoppelt. Sie stieg von 2956 Fahrzeugen im Jahr 2012 auf nun 6051 E-Autos an, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Freitag mitgeteilt hatte. Da der bundesweite Bestand zum Jahresbeginn 2013 bei 7114 E-Autos lag, hat er die 10.000er-Grenze überschritten. Die Gesamtzahl der Neuzulassungen lag 2013 bei 2,95 Millionen Pkw.

In Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Doch teure Batterien und geringe Reichweiten sorgen für Anlaufschwierigkeiten. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte im Dezember angekündigt, bis Ende 2014 brächten die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt.

Elektroautos in Deutschland (55 Bilder)

BMW produziert den i3 seit September 2013, in Deutschland wurde er ab November 2013 ausgeliefert. Grundpreis: 35.000 Euro. BMW gibt die Reichweite mit bis zu 200 km im Alltagsbetrieb an.

(mit Material der dpa) / (anw)

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