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Branchenverband wettert gegen Vista

Der europäische Interessenverband für Interoperabilität von Systemen (European Committee for Interoperable Systems, ECIS) wirft Microsoft vor, mit dem neuen Betriebssystem Vista erneut gegen Auflagen der EU zu verstoßen. In dem neuen System würden genau die Methoden fortgesetzt, die von der EU-Kommission 2004 als illegal eingestuft worden seien. "Microsoft hat offenbar entschieden, die Grundlagen der im März 2004 getroffenen Kommissionsentscheidung zu ignorieren", erklärte der ECIS-Vorsitzende Simon Awde. Die ECIS ist eine Organisation von IT-Unternehmen, die sich dem offenen Wettbewerb verschrieben hat. Ihr gehören unter anderem Adobe, IBM, Nokia, Opera, Red Hat und Sun Microsystems an.

Mit Vista versuche Microsoft, seine Marktdominanz auch auf das Internet auszudehnen. Die eigene XAML-Beschreibungssprache solle den geltenden Standard HTML ersetzen, erklärte ECIS in einer Mitteilung. XAML sei grundlegend von Windows abhängig und deshalb nicht kompatibel mit anderen Plattformen. Zudem versuche Redmond, mit dem offenen Dokumentenstandard OpenXML das "wahrlich offene" ODF zu verdrängen. Offiziell ist Vista ab dem 30. Januar für Privatkunden erhältlich.

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Der Verband fordert die Kommission auf, eine schnelle Entscheidung zu einer im vergangenen Jahr eingereichten Beschwerde zu treffen. Die europäischen Kartellwächter sollten Microsofts fortgesetzten Monopolbestrebungen ein Ende setzen. Der Software-Gigant müsse gezwungen werden, den Auflagen der Kommission Folge zu leisten. Die Kommission will die Beschwerde prüfen.

Zum EU-Kartellverfahren gegen Microsoft und zu Konflikten um Windows Vista siehe auch:

(vbr)
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