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Brandgefährliche Samsung Note 7: weitere 70 Fälle, Samsung beschränkt Akkuladung

Samsung will ein Update ausspielen, das die Akkuladung der gefährdeten Galaxy Note 7 auf 60 Prozent beschränkt. Weitere 70 Fälle von überhitzenden Note 7 sind alleine in den USA bekannt geworden. Der Umtausch soll ab 19. September stattfinden.

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Ein in einem australischen Hotel in Flammen aufgegangenes Note 7

(Bild: Tham Hua)

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Samsung will ab 20. September ein Firmware-Update für das Galaxy Note 7 ausliefern, das die Akkukapazität auf 60 Prozent beschränkt und ein Überhitzen des Akkus verhindert, gibt das Unternehmen in einer Anzeige in einer südkoreanischen Zeitung bekannt, wie die News Tribune berichtet. Gleichzeitig hat das Unternehmen dem auf Reddit aufgetauchten Gerücht, die nicht umgetauschten Geräte komplett zu sperren, gegenüber dem Newsblog Androidcentral widersprochen.

Inzwischen hat der Verbraucherschutz in Kanada ein paar interessante Zahlen veröffentlicht: Demnach sind alleine in den USA mittlerweile 70 Fälle von überhitzenden Akkus aufgetreten, daneben einer in Kanada. Ob alle Fälle zu Bränden geführt haben, geht daraus nicht hervor. In Kanada seien insgesamt 21.953 Note 7 ausgeliefert worden. Die [i]New York Post[/] berichtet von einem ersten Verletzten, einem sechsjährigen Jungen, dem das Note 7 die Hände verbrannt hat, als es beim Videoschauen in Flammen aufgegangen ist.

Ab 19. September sollen die Ersatzgeräte bereitstehen, wie Samsung inzwischen auch auf der Umtausch-Seite für Deutschland bekannt gibt. Wann das Note 7 mit fehlerbereinigten Akkus wieder im Handel erhältlich sein soll, bleibt dagegen weiterhin unklar.

Ob das eigene Exemplar betroffen ist, soll sich anhand eines IMEI-Checks von Samsung überprüfen lassen, doch Gerüchten zufolge seien die nicht betroffenen Exemplare alle nach China geliefert und der Check weist alle anderen als betroffen aus – zur Sicherheit sollten sowieso alle Besitzer eines Note 7 am Rückruf teilnehmen. Auch das uns für den c't-Test überlassene Testexemplar haben wir inzwischen ausgeschaltet.

Zusammen mit den von Samsung zugegebenen Fällen haben sich somit in ungefähr 14 Tagen mehr als 100 Note 7 überhitzt, bei ungefähr einer bis anderthalb Millionen ausgelieferten Geräten. Es handelt sich um den heftigsten Rückruf aufgrund von brandgefährlichen Akkus der letzten Zeit.

2014 hatte Sony nach nur vier Notebook-Bränden einen Rückruf gestartet. 2008 mussten Dell, HP und Toshiba rund 100.000 Akkus nach 40 Bränden umtauschen. Der größte Rückruf – an den der Autor sich erinnert – fand 2006 statt, als unter anderem Apple, Dell, Lenovo, Sony und Toshiba aufgrund fehlerhafter Akkuzellen von Sony insgesamt 9,6 Millionen Akkus umgetauscht werden mussten. Damals haben auch einige Fluglinien reagiert und den Betrieb von betroffenen Notebooks verboten; es war sogar eine Notebook-Tasche während des Flugs in Flammen aufgegangen. (jow)