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Breitband-Datenraten: Bundesnetzagentur startet neue Messkampagne

Prüfungen der Vorjahre hatten eigentlich reichlich Anlass zum Tadel geliefert, denn die gemessenen Werte lagen teils erheblich unter den Zusicherungen der Betreiber.

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breitbandmessungen

(Bild: Bundesnetzagentur)

Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben am heutigen Freitag eine erneute Breitbandmessung gestartet. Teilnehmer sollen mittels der Ergebnisse die Geschwindigkeit ihres Internetzugangs "schnell und einfach ermitteln und dadurch die Leistungsfähigkeit ihres stationären oder mobilen Breitbandanschlusses bestimmen" können.

"Mit unserem Test haben Endkunden die Möglichkeit, eigenständig die Leistungsfähigkeit ihres breitbandigen Internetzugangs zu überprüfen. Die Breitbandmessung erlaubt es, die tatsächliche Datenübertragungsrate des jeweiligen Breitbandanschlusses mit der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate zu vergleichen. Eine Messung ist dabei anbieter- und technologieunabhängig möglich", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Stichprobe: Die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur liefert ziemlich flott Konkretes zur Versorgungsgüte von Mobilfunknetzen. Hier ein Beispiel aus dem Redaktionsgebäude von heise online.

Die Mess-Routinen für stationäre Anschlüsse lassen sich über den eigens eingerichteten Server www.breitbandmessung.de aufrufen. Für mobile Geräte hat die Agentur eine Anwendung für Android und iOS von der Firma Zafaco entwickeln lassen (hier geht es zur iOS-Version, hier zur Android-Version). Die App lässt sich nutzen, um den Durchsatz an verschiedenen Standorten oder zu verschiedenen Tageszeiten zu ermitteln und miteinander zu vergleichen.

In einem zweiten Schritt sei geplant, anonymisierte Messergebnisse auf einer Karte darstellen zu lassen. Damit sollen Teilnehmer Messergebnisse verschiedener Anbieter vergleichen können.

Grundlage der Messung sind die Transparenzvorgaben im Telekommunikationsgesetz (§§ 43a, 45n). Teilnehmer sollen auf einfache Weise Umfang und Qualität von Telekommunikationsdiensten vergleichen können. Die gesetzlichen Regelungen sehen deshalb unter anderem vor, dass die Bundesnetzagentur dafür eigene Messungen durchführt oder Hilfsmittel entwickelt.

Noch für dieses Jahr verspricht die Agentur eine TK-Transparenzverordnung mit einer Reihe von Maßnahmen, die zu einer Erhöhung der Transparenz bei Telefon- und Internetdienstleistungen beitragen und die Rechte von Verbrauchern stärken sollen. So ist vorgesehen, die Regelungen zur Kostenkontrolle zu optimieren, da für Endkunden oftmals das Ende der Vertragslaufzeit nur schwer zu ermitteln sei, erklärt die Agentur. Außerdem sollen Anbieter ein "Produktinformationsblatt" veröffentlichen, damit Verbraucher vor Vertragsabschluss wesentliche Vertragsinhalte "auf einen Blick" erkennen.

Sowohl im Rahmen der Arbeiten an der Transparenzverordnung als auch bei der Entwicklung der Breitbandmessung habe sich die Agentur intensiv mit der Branche ausgetauscht. Gemeinsames Ziel sei es, mehr Transparenz im Telekommunikationsmarkt zu schaffen. Dies, so meint die Bundesnetzagentur, sei "nicht zuletzt aufgrund des konstruktiven Dialogs" erreicht worden – freilich, ohne konkrete Misstände und daraufhin erfolgte Verbesserungen zu nennen.

Bereits in den Jahren 2012 und 2013 hatte die Bundesnetzagentur bundesweite Messkampagnen durchgeführt. Die Ergebnisse flossen in Studien zur "Dienstequalität breitbandiger Internetzugänge" ein und sind weiterhin einsehbar. Das Echo auf die Schlussfolgerungen aus den Messresultaten fiel teils kontrovers aus. Bei der im Juni 2014 veröffentlichten Studie hatte die Agentur herausgestellt, dass mehr Anschlüsse als im Jahr 2012 zumindest die Hälfte der vereinbarten maximalen Datenrate erreichten. Ungesagt blieb, dass den Ergebnissen zufolge noch weniger Anschlüsse als zuvor die volle Datenübertragungsrate lieferten. Man kann gespannt sein, ob nun Änderungen gegenüber dem Vorjahr sichtbar werden und wie sie ausfallen. (dz)