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Breitbandausbau: "Baugipfel" sucht Wege aus dem Tiefbau-Engpass

Im Verkehrsministerium trifft Minister Scheuer mit Vertretern des Baugewerbes und der TK-Branche zusammen, um Lösungen für den Engpass beim Tiefbau zu suchen.

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Ausbau

Der Tiefbau ist ein Flaschenhals beim Breitbandausbau.

(Bild: dpa, Guido Kirchner)

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) diskutiert am Freitag mit Vertretern aus Baubranche und Telekommunikation, wie bei der Verlegung von modernen Glasfasernetzen der Mangel an Tiefbaukapazitäten bewältigt werden kann. Die Netzbetreiber weisen schon seit geraumer Zeit darauf hin, dass sich der Breitbandausbau wegen mangelnder Fachkräfte und Kapazitäten bei den Bauunternehmen verzögert. "Uns fehlt zunehmend das Personal", beklagte Anga-Präsident Thomas Braun erst am Donnerstag auf der Angacom in Köln.

Beim sogenannten "Baugipfel" hatte der Minister nach Informationen von heise online unter anderem große Unternehmen wie Hoch-Tief und verschiedenen Verbänden der Bauindustrie eingeladen. Auch die Telekommunikationsbranche war mit den Verbänden ANGA, Breko und VATM geladen. Auf der Tagesordnung standen neben einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation vor allem die Identifizierung von Engpässen und die Entwicklung von Perspektiven.

"Glasfaser in die Fläche bringen"

Der Breko-Verband schlägt dafür unter anderem vor, die noch vorhandenen Kapazitäten auf Projekte zu konzentrieren, die Flächen neu erschließen, und doppelten Ausbau oder Überbau bestehender Infrastruktur zu vermeiden. "Wir müssen Glasfaser in die Fläche bringen und nicht unsinnigen Überbau fördern", sagt Breko-Chef Stephan Albers. Doppelter Ausbau sei unsinnig und binde knappe Tiefbauressourcen.

In diesem Zusammenhang erneuert der Verband seine Forderung, das Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetz-Gesetz) in entscheidenden Punkten zu ändern. Das Gesetz soll den Breitbandausbau in Deutschland eigentlich beschleunigen. Nach Ansicht vieler Netzbetreiber wirkt aber vor allem die Vorgabe, dass Wettbewerber bei Erschließungsarbeiten eigene Glasfaser mitverlegen können, eher wie eine Investitionsbremse.

Auch sollte die Förderung bereits genehmigter Projekte, die Glasfaser nicht ganz bis zum Endabnehmer führen (VDSL/Vectoring), unkompliziert in FTTH-Projekte umgewidmet werden können, heißt es vom Breko. "Die Idee eines Förder-Upgrades hin zu reinen Glasfaseranschlüssen forciert nicht nur den von allen Beteiligten gewünschten und im Koalitionsvertrag gewollten Netzinfrastrukturwechsel zur Glasfaser bis 2025, sondern ermöglicht auch einen effizienten Einsatz der vorhandenen Tiefbaukapazitäten", meint Albers. (vbr)

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