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Breitbandausbau: Frequenzauktion endet bei 5 Milliarden Euro

Die Versteigerung von Funkfrequenzen für mobile Breitbandanbindungen ist am Freitag nach etwas über drei Wochen zu Ende gegangen. Der Finanzminister freut sich über 5 Milliarden Euro in der Kasse.

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(Bild: dpa, Carsten Rehder)

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Die Versteigerung von Frequenzen für mobile Breitbanddienste ist am Freitag in Mainz zu Ende gegangen. Nach einem etwas zögerlichen Beginn kamen am Ende doch noch knapp 5,1 Milliarden Euro zusammen, teilte die Bundesnetzagentur am Freitagmittag mit. Versteigert wurden insgesamt 270 MHz Spektrum in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1500 MHz und 1800 MHz. Dabei haben die drei teilnehmenden Netzbetreiber jeweils ein mehr oder weniger großes Stück vom Frequenzkuchen ergattert.

Das größte Stück geht dabei an Vodafone, die für insgesamt 110 Mhz mit 2,09 Milliarden Euro auch den dicksten Batzen Geld auf den Tisch legen. Die Telekom hat 100 MHz Spektrum für 1,79 Milliarden Euro ersteigert. Telefónica Deutschland erhält die verbleibenden 60 MHz und bezahlt dafür 1,2 Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur übergibt den Unternehmen die Lizenzurkunden am Nachmittag im Rahmen eine Abschlussveranstaltung in Mainz.

Update 13:45 Uhr: Besonders begehrt waren die Frequenzen im 900- und 1800-MHz-Band. In diesen Bereichen wurden Frequenzen versteigert, die bereits von den Netzbetreibern genutzt werden und deren Lizenzen Ende 2016 auslaufen. Statt einer Verlängerung der Nutzungsrechte hatte sich die Bundesnetzagentur für eine Neuvergabe durch Versteigerung entschieden. Hier lieferten sich Vodafone und die Deutsche Telekom einen heißen Bieterkampf. Die drei Netzbetreiber blieben dabei unter sich: Andere Bewerber wurden nicht zugelassen oder hatten kurz vor der Auktion zurückgezogen.

Vodafone hat dabei alleine rund 1,2 Milliarden Euro in Frequenzen im 1800-MHz-Spektrum investiert. Die Wettbewerber hatten sich schon bei der Frequenzauktion 2010 mit zusätzlichem 1800er-Spektrum eingedeckt. Vodafones Ambitionen in diesem Band hatten zu einem Bieterwettstreit um die 1800er-Frequenzen mit der Telekom geführt und die Preise hochgetrieben. Am Ende konnte sich Vodafone die Hälfte der versteigerten 2×50 MHz in im 1800-MHz-Band sichern.

Das Ergebnis der Frequenzauktion im Detail.

(Bild: Bundesnetzagentur)

Dazu bekamen die Düsseldorfer den Zuschlag für 2×10 MHz im 700-MHz-Band, das vom digitalen terrestrischen Fernsehen im Zuge des Standardwechsels zu DVB-T2 geräumt wird (die “2. Digitale Dividende”). Auch im 900-MHz-Band konnte Vodafone 2×10 MHz ersteigern. Im 1,5-GHz-Band, das sich für zusätzliche Downlinks eignet, gingen 20 MHz (ungepaart) an das Unternehmen. "Wir haben in dieser Auktion ein sehr gutes Ergebnis erzielt und konnten nicht nur die meisten, sondern vor allem sehr wertvolle Frequenzen für uns sichern", zeigte sich der scheidende Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum zufrieden mit dem Ausgang der Versteigerung.

Auch die Telekom ist mit ihrem Ergebnis "zufrieden", wie Deutschlandchef Niek Jan van Damme nach der Auktion erklärte. "Mit den erworbenen Frequenzen werden wir die Digitalisierung Deutschlands weiter vorantreiben." Im Bereich der Digitalen Dividende hat die Telekom 2×10 MHz ersteigert. In den Bereichen 900 und 1800 MHz ging der Zuschlag für jeweils 2×15 MHz nach Bonn. Im 1500-MHz-Band konnte sich die Telekom 20 MHz sichern.

Telefónica Deutschland hat sich bei der Auktion etwas zurückgehalten, was auch daran liegen kann, dass das Unternehmen nach der Fusion von O2 und E-Plus mit Frequenzen ziemlich gut ausgestattet ist. Die Münchner erhielten den Zuschlag für jeweils 2×10 MHz in den Bändern 700 MHz, 900 MHz und 1800 MHz. "Das Spektrum optimiert unsere Frequenzausstattung insgesamt und zahlt damit voll auf unsere Strategie ein, das führende digitale Telekommunikationsunternehmen in Deutschland zu werden", sagte CEO Thorsten Dirks.

Ein Teil der Erlöse soll direkt in den Breitbandausbau fließen. Bund und Länder hatten sich verständigt, die Erlöse der zweiten Digitalen Dividende (also der 700-MHz-Frequenzen) und des 1500-MHz-Bandes – rund 1,3 Milliarden Euro – zu teilen und in den Breitbandausbau zu stecken. "Die Frequenzen sollen einen substantiellen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Deutschland leisten", hatte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, zum Auktionsauftakt erklärt. (vbr)