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Breitbandausbau: IHK mahnt effektiven Mitteleinsatz auf dem Land

Wenn der Wolf mit anderen Wölfen chattet: Nicht in jedes Dorf in Mecklenburg-Vorpommern müssen schnelle Datenleitungen führen. Der Präsident der IHK Rostock fordert eine Bestandsaufnahme zur Zukunftsfähigkeit einzelner Gebiete.

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(Bild: dpa, Jens Büttner)

Schnelle Datenleitungen müssen nach Ansicht der Wirtschaft nicht bis ins letzte Dorf Mecklenburg-Vorpommerns führen. Angesichts der knappen Mittel für den Breitbandausbau solle die Landesregierung in Schwerin klare Prioritäten setzen, forderte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock, Claus Ruhe Madsen, am Samstag auf dem Linken-Landesparteitag in Gägelow bei Wismar. Dazu gehöre eine ehrliche Bestandsaufnahme zur Zukunftsfähigkeit einzelner Gebiete.

"Es ist zwar schmerzhaft für diese Regionen. Aber es muss nicht bis ins allerletzte Eck Lichtfaserkabel verlegt werden", sagte Madsen. Es gebe Regionen, wo das Ende absehbar sei. Bleibe dies unberücksichtigt, "fährt der Wolf in wenigen Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum MRT ins regionale Gesundheitszentrum und chattet mit anderen Wölfen", warnte der Möbelhausbetreiber vor Fehlinvestitionen. Er beklagte, dass im Nordosten bislang selbst Gewerbegebiete großer Städte nur unzureichend an das Internet angebunden seien. "Wir müssen mit den im Land zur Verfügung stehenden Mitteln effizient umgehen", mahnte Madsen.

Die Landesregierung hatte angekündigt für den Breitbandausbau vornehmlich in ländlichen Regionen bis 2018 knapp 64 Millionen Euro zusätzlich an Landesmitteln zur Verfügung zu stellen. Hinzu kämen 50 Millionen Euro vom Bund. Kommunen und Landkreise würden derzeit Breitbandprojekte entwickeln, um sich weitere Zuschüsse aus dem Milliarden schweren Bundesprogramm zu sichern, hieß es. Einem Expertengutachten zufolge sind 2,3 Milliarden Euro notwendig, um landesweit schnelles Internet zu installieren. (ssi)