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Breitbandinternet bei Unternehmen: Deutschland im EU-Mittelfeld

In Deutschland haben 42 Prozent der Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten einen Breitbandanschluss mit 30 Mbit/s oder mehr. Die Bundesrepublik liegt damit in der EU knapp über dem Durchschnitt.

Glaserfaseranschlüsse

(Bild: dpa, Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv)

42 Prozent der deutschen Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten haben einen Breitbandinternetanschluss mit mindestens 30 Mbit/s. Diese Zahl für 2017 hat das Statistische Bundesamt am Freitag bekanntgegeben. Wie auch in den Vorjahren landete Deutschland damit im europaweiten Vergleich im Mittelfeld. Im Durchschnitt gehen in den 28 EU-Mitgliedstaaten 40 Prozent der Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten über solch einen Breitbandanschluss ins Netz. Das Bundesamt bezieht sich hierbei auf den schnellsten festen Internetanschluss.

Weiteren Informationen des Statistischen Bundesamts zufolge, hatten im Jahr 2017 von den deutschen Unternehmen 27 Prozent eine vertragliche Datenübertragungsrate von unter 10 Mbit/s und 31 Prozent eine zwischen 10 Mbit/s und 30 Mbit/s. Lediglich 12 Prozent der Unternehmen haben demnach einen Breitbandanschluss mit mehr als 100 Mbit/s.

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Schnelles Internet bei Unternehmen: Deutschland weiter im Mittelfeld

Gegenüber 2016 steigerte sich die Anzahl der schnellen Internetanschlüsse mit 30 MBit/s und mehr in Deutschland demnach um 4 Prozent und in der gesamten Europäischen Union um 6 Prozent. Die vordersten Plätze innerhalb belegten im vergangenen Jahr Dänemark (73 Prozent), die Niederlande (65 Prozent) und Schweden (64 Prozent). Auf den hinteren landeten Zypern (25 Prozent), Griechenland (25 Prozent) und Italien (23 Prozent).

Wenn Deutschland das europäische Mittelfeld nicht bald hinter sich lasse, werde es den Anschluss bei der dringend notwendigen Digitalisierung der Wirtschaft verlieren, urteilte Barbara Engels, Ökonomin beim Institut der deutschen Wirtschaft gegenüber der dpa. Auch wenn immer mehr Regionen Zugang zu Breitbandinternet haben, bleibe das Ausbautempo zu gering. Das betreffe vor allem Unternehmen auf dem Land. Hier gebe es ein klassisches Henne-Ei-Problem: Weil schnelles Internet Mangelware sei, bestimme es oftmals auch nicht die Produkte und Geschäftsmodelle der Unternehmen – und wird deshalb nicht gefordert.

Die Statistiker haben für ihre Zahlen die vertraglich vereinbarten Übertragungsraten zusammengetragen, das heißt aber nicht, dass die Unternehmen tatsächlich mit diesen Geschwindigkeiten ins Netz kommen: Denn laut der Bundesnetzagentur können die meisten Nutzer in Deutschland nicht mit der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit surfen. (bme)

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